München. In Japan sind Frauen im Berufsleben noch immer stark benachteiligt. In der Industrie ist hoch qualifiziertes weibliches Personal oft nur als „Office Ladies“ im Einsatz – sie servieren einige wenige Jahre lang Tee, dann wird in der Regel geheiratet. Besonders wenige Frauen sind bislang in technischen Berufen zu finden. Nur jeder zehnte Studierende eines naturwissenschaftlichen Fachs ist weiblich, noch weniger sind es im Maschinenbau und in der Elektrotechnik. Landesweite Bekanntheit erlangte die Toyota-Ingenieurin Chika Kako. 2012 wurde sie die erste Chefentwicklerin in Japan überhaupt. Kako ist bei Toyota verantwortliche Produktentwicklerin des Lexus-Kompaktwagens CT 200h. In der japanischen Autobranche beschäftigt Nissan die meisten Frauen in Führungspositionen – aber auch dort sind nur sieben Prozent aller Manager weiblich. Bei Toyota liegt der Anteil bei nur einem Prozent, Fuji Heavy Industries erreicht gar nur 0,4 Prozent. Auch die Regierung hat erkannt, dass Japan umsteuern muss. Deshalb wurde ein Programm gestartet, das zum Ziel hat, den Anteil von Frauen in Führungspositionen bis 2020 auf 30 Prozent anzuheben – derzeit sind es erst elf Prozent.
Stiftung
Toyota fahndet in Japan nach Ingenieurinnen
Eine geringe Geburtenrate sorgt auch im Autoland Japan für wachsende Probleme bei der Suche nach geeigneten Ingenieuren. Der größte Autobauer Toyota will deshalb mehr Frauen für technische Berufe begeistern und hat dazu eine Stiftung ins Leben gerufen. Die Stiftung will Frauen fördern, damit diese künftig leitende Funktionen auch in den technischen Bereichen der Automobilindustrie wahrnehmen können.