Köln. Toyota steckt in Deutschland noch mitten in der Abarbeitung seiner 216.000 Fahrzeuge umfassenden Rückrufaktion. Doch den Hauptvorwurf, technisch unausgereifte oder sogar lebensgefährdende Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, kann Toyota jetzt glaubhaft zurückweisen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), der TÜV Rheinland wie auch die Unfallforschung der Versicherer sehen keinen Grund, Toyota Nachlässigkeit bei den zurückgerufenen Modellen vorzuwerfen. In den USA soll es hingegen schon zu Dutzenden schweren Unfällen mit 52 Toten gekommen sein.
In dem 26 Seiten umfassenden Gutachten "Messung des Bremsverhaltens bei Vollgas“ des TÜV Rheinland kommt der Sachverständige Boris Lenz zu dem Urteil: "Aufgrund der Prüfergebnisse sind die nicht umgerüsteten Fahrzeuge nicht als ,nicht sicheres Produkt‘ zu bewerten und stellen nicht ,eine erhebliche Gefährdung der Sicherheit und Gefährdung von Personen im Sinne des Geräte- und Produktsicherungsgesetzes‘ dar.“ Geprüft wurden vom TÜV ausschließlich Fahrzeuge mit Automatikgetriebe, denn bei einem klemmenden Gaspedal wäre diese Konfiguration ein "Worst-Case-Szenario“. Untersucht wurden Aygo, iQ, Yaris, Auris, Verso, Avensis und der RAV4.
Der in Europa ebenfalls zurückgerufene Corolla wurde nicht geprüft, weil er in Deutschland nicht mehr verkauft wird. Das Kraftfahrt-Bundesamt, dem dieses Gutachten ebenfalls vorliegt, zieht daraus Konsequenzen, die Toyota entlasten: "Bisher war der Rückruf von Toyota in Deutschland ein freiwilliger Rückruf. Nach diesem Gutachten bleibt es dabei, wir müssen diesen Fall nicht überwachen“, sagt Behördensprecher Stephan Immen.