München. Elon Musk verkaufte sie kürzlich auf einer Präsentationsshow in Los Angeles als Weltneuheit und Revolution in der Energieversorgung: Fast mannshohe Lithium-Ionen-Batterien aus dem Hause Tesla sollen künftig Solar- und Windkraftstrom für Unternehmen und Privathaushalte speichern. Mit den Riesenakkus würden Haushalte zu Selbstversorgern und werden von Stromkonzernen unabhängig.
Die Nachricht sorgte weltweit für Schlagzeilen und verdrängte zugleich Meldungen über das schlechte Ergebnis von Tesla: Zwar wuchs der Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 52 Prozent auf 893,3 Millionen Dollar, doch am Ende steht ein Verlust von knapp 154,2 Millionen Dollar. Das Minus geht zum einen auf die kostenträchtige Vorbereitung der Produktion des Model X zurück, zum anderen auf das neue Batteriewerk, die Gigafactory, die Tesla mit Panasonic in Nevada baut.
Hier will Musk auch seine Haushaltsenergiespeicher her stellen. 38.000 Vorbestellungen soll es bereits für die Powerwall-Batterie geben, deren Produktion noch gar nicht gestartet ist.
Musks Batterieshow darf als bestens inszenierter Marketingcoup betrachtet werden. Denn über die vermeintlich originellen Hausspeicher können die Verantwortlichen beim japanischen Technologieriesen Panasonic nur müde lächeln. „Neu ist diese Technologie von Herrn Musk keineswegs. Seit drei Jahren stellen wir bereits solche Speicherbatterien her und haben damit in Japan großen Erfolg“, sagt eine Konzernsprecherin. Ob es eben die se Haushaltsbatterien sind, die Musk künftig in der Gigafactory produzieren wird, will Panasonic nicht bestätigen. Fest steht: Die Japaner möchten mit dieser Technologie selbst „sehr bald in andere Märkte gehen, natürlich auch nach Europa“.
Und der nächste Schritt steht für Panasonic auch schon fest: Die Japaner wollen Batterien für Hybrid und Elektroautos anbieten, die ihre Energie auch in den Haushaltskreislauf abgeben können. „Sollte der Speicher zu Hause leer sein, kann man ihn künftig mit der Autobatterie aufladen“, so die Sprecherin. Überschüssige Energie könne ins Gesamtnetz fließen.
Hersteller wie Nissan oder Mitsubishi bieten die Technik bereits an. Im Outlander PHEV (Plugin Hybrid) ist solch eine rückladefähige Batterie verbaut, die zwar keine ganzen Haushalte, aber immerhin Kleingeräte mit Strom versorgen kann. Allein in Deutschland wurden in diesem Jahr schon 1100 Outlander PHEV verkauft.