Frankfurt/Main. Das Risiko, bei einem Unfall getötet zu werden, ist nachts mehr als doppelt so hoch wie am Tag. Mit neuer Lichttechnik will die Conti-Division Chassis & Safety das nächtliche Unfallrisiko mindern. Die von den Frankfurtern entwickelte zweite Generation des intelligenten Lichtassistenten kommt erstmals in der neuen Mercedes E-Klasse. Das System wird mittels einer digitalen Kamera und eines Mikroprozessors gesteuert und passt die Leuchtweite der Scheinwerfer stufenlos an die Verkehrslage an.
Das vergrößert den ausgeleuchteten Bereich vor dem Fahrzeug, ohne dass der Gegenverkehr oder vorausfahrende Verkehrsteilnehmer geblendet werden. Der Vorteil des Systems gegenüber der ersten Generation und dem konventionellen Fernlicht liegt in der stufenlosen Regulierung. Dadurch entfällt der für den Fahrer unangenehme Effekt, beim Ausschalten des Fernlichts kurzzeitig in ein "schwarzes Loch“ zu fahren, bis sich die Augen an die Dunkelheit vor dem Auto gewöhnt haben. Zur Lichtsteuerung erfasst die auf Höhe des Innenspiegels montierte Kamera Frontscheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge, Heckleuchten vorausfahrender Verkehrsteilnehmer sowie die Straßenbeleuchtung. Auf über einer halben Million Kilometer filmten die Entwickler bei Nachtfahrten.
Die Videosequenzen wurden in einer Datenbank abgespeichert, um das System auf alle denkbaren Konstellationen einzustellen. Die Datensammlung umfasst zehn Terabyte an Videodaten. Das entspricht fast 1200 Spielfilmen auf DVD. Wie viele Lichtassistenten der ersten Generation bislang gebaut wurden, will Conti nicht verraten. "Die Linie läuft auf Hochtouren, sieben Tage die Woche“, heißt es lediglich.