Bergisch Gladbach. Personalverantwortliche in der Automobilindustrie fordern von Universitäten und Fachhochschulen schon lange mehr Praxisorientierung. Im berufsbegleitenden Masterstudiengang „Automotive Management“ an der FHDW in Bergisch Gladbach ist diese Forderung auf offene Ohren gestoßen. Studienleiter Stefan Bratzel hat in diesem Sommer mit einer Gruppe von zehn Studierenden erstmals eine Exkursion ins Autoland China unternommen.
Bei der achttägigen Reise nach Schanghai und Peking kamen die Studenten mit Managern von Shanghai Volkswagen und Beijing Benz sowie Automobilzulieferern zusammen. Auch Besuche beim neuen Daimler-Handelspartner, der Lei-Shing-Hong-Gruppe, und mit Autoexperten der Tongji-Universität in Schanghai standen auf dem Programm.
Studienleiter Bratzel zieht eine positive Bilanz der Exkursion und will künftig für alle Masterstudierenden des Studiengangs ähnliche Reisen nach China und auch in die USA anbieten. „Top-down- Vorlesungen und klausurorientiertes ‚Bulimie-Lernen‘ müssen weitgehend durch interaktive Lehr- und Lernformate in Kleinstgruppen mit hohem Praxisanteil ergänzt werden“, sagt Bratzel. „Wenn man zu aktuellen Themen forscht, kann man das in der Regel nicht aus alten Büchern schöpfen“, so der Automobilexperte.
In China haben die Studenten nach seinen Aussagen aus erster Hand erfahren, vor welchen Herausforderungen Hersteller und Händler in sich rasch verändernden Märkten stehen. Bratzel: „Die zunehmende Internationalität in der Automobilwirtschaft muss sich auch im Studium niederschlagen.“