Esslingen. Neben hohen Vorleistungen für das europäische Nutzfahrzeuggeschäft hatten die Restrukturierungsmaßnahmen in den europäischen Werken des Zulieferers, darunter jenes in Neunkirchen, 2013 den Gewinn einbrechen lassen. Der Jahresüberschuss sackte von 71,5 Millionen Euro 2012 auf 19,5 Millionen Euro ab. „Neunkirchen ist ein reines Erstausrüstungswerk“, sagte Martin Peters, geschäftsführender Gesellschafter der Eberspächer- Gruppe, der Automobilwoche und erklärte, dass Randbereiche wie die dort angesiedelte Ersatzteilversorgung an andere Standorte verlegt werden sollen. Zudem sollen in Neunkirchen „besonders arbeitsaufwendige Produkte nicht mehr hergestellt werden“. Insbesondere wegen des Geschäfts mit Nutzfahrzeug-Abgasanlagen der neuen Emissionsnorm Euro 6 erwartet Peters in den kommenden Jahren steigende Umsätze. 2013 hatte der Zulieferer moderat um 3,2 Prozent auf 2,92 Milliarden Euro zugelegt. Auf Basis vorhandener Aufträge für 2014 bis 2016 rechnet der Eberspächer- Chef mit einen durchschnittlichen Umsatzwachstum von jeweils zehn Prozent pro Jahr und deutlich steigenden Gewinnen. Zu den Hoffnungsträgern des Zulieferers zählt auch der jüngste Geschäftsbereich der Esslinger, Automotive Controls. Dabei handelt es sich um Anwendungen rund um die Fahrzeugelektronik, wie Bordnetzkomponenten oder komplexe elektronische Steuergeräte. 2013 wurden mit diesem Bereich 39,9 Millionen Euro Umsatz erzielt. Peters rechnet dort mittelfristig mit einem Erlös im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Kurz vor dem ersten Serienauftrag steht eine Entwicklung für die Stromversorgung von Nutzfahrzeugen auf Brennstoffzellenbasis. „Es ist uns gelungen, ein sehr kompaktes System zu entwickeln. Unsere Kunden sind sehr interessiert und sehen das als eine absolute Zukunftstechnologie“, sagt Peters.
Eberspächer-Werk Neunkirchen verliert mehr Arbeitsplätze als erwartet
Stellenabbau ausgeweitet
Auf die Mitarbeiter des größten Werks von Eberspächer im saarländischen Neunkirchen kommen schwere Zeiten zu. Statt der ursprünglich angekündigten rund 300 Arbeitsplätze bis 2015 sollen nun bis zu 500 der derzeit 1900 Arbeitsplätze bis 2016 gestrichen werden. Im Rahmen dieser Anpassung werden die zum Standort Neunkirchen gehörenden Werke Bexbach und Lebach noch in diesem Jahr geschlossen und die dort angesiedelte Produktion von Abgasanlagen für Pkw nach Neunkirchen und in andere Werke verlagert.