Untergruppenbach. Der Getriebebauer Getrag erwägt den Verkauf von Anteilen. Favorit für einen Einstieg soll nach Insiderkreisen der kanadische Konzern Magna sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Für eine Beteiligung an dem Familienunternehmen soll etwa eine Milliarde Euro geboten worden sein. Die Verhandlungen seien fortgeschritten. Auch ein Börsengang soll bei Getrag in Erwägung gezogen werden, um frisches Geld in die Kasse zu bringen. Sprecher von Getrag und Magna wollten die Informationen auf Anfrage nicht kommentieren.
Magna auf der Suche
Die generelle Bereitschaft für Investitionen ist bei Magna jedenfalls gegeben. „Zwischen 2015 und 2017 wollen wir fünf Milliarden Dollar in neues Geschäft im Automobilbereich investieren“, hatte Magna-Vorstandschef Don Walker vor Kurzem im Gespräch mit der Automobilwoche erklärt. Zudem zeigt er sich offen für Technologiepartnerschaften rund um das Thema autonomes Fahren. Für den Branchenanalysten Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler erschließt sich ein Einstieg von Magna bei dem familiengeführten Getriebehersteller „nicht ohne Weiteres“. Und auch für Anna-Maria Schäfer, Zuliefererexpertin bei der Landesbank Baden-Württemberg, drängt sich ein Einstieg der Kanadier nicht auf. Aber, so räumt sie ein, es gebe auch keine Überlappungen im Produktportfolio, sodass kartellrechtliche Probleme nicht zu befürchten seien. Getrag-Chef Mihir Kotecha will bis zum Jahr 2019 einen Umsatz von fünf Milliarden Euro erreichen. 2014 lag er bei rund 3,3 Milliarden Euro.