Schwalbach. Die britischen Nobelmarken Jaguar und Land Rover punkten in diesem Jahr mit preisgünstigen Sondermodellen. Bis Ende Juli steigerte Jaguar die Neuzulassungen in Deutschland um 5,9 Prozent auf 1800 Einheiten, Land Rover legte um 32,6 Prozent auf 3831 Fahrzeuge zu. "Die Kauflust in unserem Segment ist wieder zurückgekehrt“, glaubt Deutschland-Chef Peter Modelhart. Er will sich den Erfolg aber nicht allein an die Brust heften: "Der Handel hat beim Verkauf der Sondermodelle Land Rover Freelander XE und XS sehr gut mitgezogen.“ Statt der erwarteten 400 Fahrzeuge orderten die Kunden – gelockt durch einen Rabatt von 5730 Euro, was satten 18 Prozent entspricht – gut 1000 dieser Modelle.
Obwohl die Zahl der Fahrzeuge daraufhin stark aufgestockt wurde, sind die Sondermodelle längst ausverkauft. "Nach diesen guten Erfahrungen werden wir diesen Weg weiterverfolgen“, kündigt Modelhart daher an. Ab Anfang nächsten Jahres werde es für das nächste Modelljahr weitere Freelander-Sondereditionen geben: "Durch solche Einstiegsmodelle wollen wir stärker als bisher volumenstärkere Fahrzeugsegmente bedienen und in neue Preiskategorien vorstoßen.“ Auch einige Lücken im Netz will der vor einem Jahr angetretene Modelhart nun schließen. Offene Standorte gebe es noch in Essen, Oldenburg, Aschaffenburg, Frankfurt/ Main, Braunschweig, Ingolstadt, Reutlingen, Ulm und Rostock. Gleichzeitig will der 42-jährige Österreicher die beiden Marken an anderer Stelle stärken. "Wir werden deutlich mehr in die Kommunikation und in Fahrveranstaltungen investieren“, kündigt er an.
Bei Events seien die klassischen Berührungsängste mit Premiumprodukten deutlich niedriger: "Dort gibt es keinen gefühlten Verkaufsdruck, und die ganze Familie kann die Marke kennenlernen.“ Der Verkauf der beiden britischen Nobelmarken an die indische Tata-Gruppe sei von den Kunden nicht negativen aufgenommen worden, unterstreicht Modelhart. "Jaguar und Land Rover sind im Grunde noch britischer geworden, als sie es waren. Denn jahrelang waren wir Teil eines großen OEMs, sei es BMW oder Ford.“ Hilfreich sei auch der schnelle Draht zum neuen Vorstandschef Ralf Speth und zu Gruppen-Vorstand Carl-Peter Forster. "Wir finden ganz oben sicherlich mehr Gehör als in der Vergangenheit“, stellt Modelhart fest.