Köln. Doch in die Schlagzeilen schafft es Renault hierzulande dennoch nicht. Den Ruhm heimst vor allem der dreifache Weltmeister Sebastian Vettel ein, wovon hauptsächlich der Fahrzeug-Sponsor Infiniti profitiert. Frédéric Posez, Renault-Marketingvorstand in Deutschland, sieht die Marke dennoch auf dem richtigen Kurs: „Im Schwerpunkt richtet sich das weltweite Engagement von Renault im Bereich Formel 1 eher an die Wachstumsmärkte, in denen es die Bekanntheit der Marke rapide steigert. In Deutschland unterstützen uns die Siege der Renault-Motoren in der Formel 1 dabei, mit der Marke automobilbegeisterte Käuferschichten zusätzlich zu erreichen.“ Immerhin erwägt Posez, diese Siege künftig stärker zu nutzen: „Die zahlreichen Erfolge der letzten Monate und die zu erwartenden Siege in der kommenden Saison könnten zu einer Ausdehnung der Kommunikation führen.“ Wenn sich Renault dazu aufraffen kann, die sportlichen Siege in Marketingerfolg zu verwandeln, werden die Franzosen auch eher ins Blickfeld der Werbeforscher rücken. Noch tauchen sie dort nicht auf. Für ihren aktuellen deutschen Sponsoring-Index 2013 hat die Werbeagentur Serviceplan 65 Marken unter die Lupe genommen, davon zehn aus dem Autobereich. Renault war nicht darunter. Für die repräsentative Studie wurden 9300 Konsumenten befragt. Auf dem ersten Platz des Index, der unter anderem Bekanntheit, Emotionalität und Authentizität misst, landete Red Bull. Vordere Plätze erreichten auch Mercedes, Audi, Volkswagen und BMW. Einen Coup landete Red Bull mit dem Sponsoring des spektakulären Stratosphären-Sprungs von Felix Baumgartner. „Entscheidend ist eine emotionale und glaubwürdige Geschichte, die unabhängig von Regionen in den verschiedensten Kanälen erzählt werden kann“, sagt Florian Krumrey von Serviceplan Sponsoring. Besonders wirksam ist der Untersuchung zufolge Live-Sport. Dies nutzt Kia mit Erfolg: Im Sponsoring-Index platzierten sich die Koreaner deutlich vor Opel, Porsche, Seat und Suzuki. Kia unterstützt Großereignisse wie die FIFA-WM, das Tennisturnier Australian Open und die US-Basketball- Liga NBA. Renault hingegen blendete jüngst in einer TV-Werbung gerade einmal für Sekundenbruchteile den Hinweis ein, dass man auch Weltmeistermotoren fertige. Ein Konzept ist das nicht.
Serien-Siege ohne Wirkung
Renault dominiert die Formel 1 zurzeit wie kein anderer Autobauer. Neben Red Bull setzen in der laufenden Saison auch die Teams von Lotus, Williams und Caterham auf den 760 PS starken Renault-Motor RS27 – allein bei den vergangenen drei Rennen belegte Renault damit acht von neun Plätzen auf dem Siegertreppchen. Seit 1992 wurden die Franzosen elf Mal Konstrukteurs-Weltmeister in der Formel 1, häufiger als Mercedes, BMW und Ferrari.