München. Der derzeitige Konjunkturabschwung spiegelt sich auch im Geschäftsklimaindex der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) wider. In der Interessengemeinschaft sind größtenteils mittelständische Autozulieferer organisiert, darunter zahlreiche Unternehmen aus der Kunststoff-, Stahl- und Metallverarbeitung. Demnach sank der Index, der von der Arbeitsgemeinschaft in Zusammenarbeit mit dem Münchner Ifo-Institut ermittelt wird, im Oktober um 6,8 Punkte. Laut ArGeZ ist das der stärkste Rückgang seit der erstmaligen Erhebung im Jahr 1991.
Nach Angaben von Theodor L. Tutmann, Sprecher der ArGeZ, haben die Zulieferer „noch im August auf der Grundlage von Bestellungen ihrer Kunden aus der Automobilindustrie zu hohen Preisen Stahl eingekauft“. Jetzt bleiben die Bestellungen der Kunden aus. Gleichzeitig bestehen die Stahlhersteller auf Abnahme der bestellten Umfänge. Folglich müssen die Mittelständler große Mengen Stahl zwischenlagern, ohne zu wissen, wann und in welchem Umfang die Kunden ihre Lieferabrufe tätigen, erläutert Tutmann die Problematik.
„Die Zwischenfinanzierung überfordert viele der mittelständischen Unternehmen und droht zu einer gefährlichen Liquiditätsfalle zu werden“, sorgt sich Tutmann. Er begrüßt daher die Reaktion einiger Fahrzeughersteller, in Einzelfällen gemeinsam mit den Mittelständlern nach Lösungen zur Sicherung der Liquidität zu suchen. Der ArGeZ-Sprecher betont, dass es zu keinem Riss der automobilen Wertschöpfungskette kommen dürfe. „Das würde alle zu Verlierern machen: Stahlproduzenten, Zulieferer und Autohersteller.“