Herzogenaurach. Für die Zukunft wollen die Franken die Entwicklung in einzelnen Regionen stärken. „Wir werden aus Markt-, Kunden- und Talentgründen bestimmte Grundlagenschwerpunkte global verteilen müssen“, so Gutzmer. „Wir wollen in den wesentlichen Regionen Asien, Europa und den USA Entwicklungsmannschaften haben, die bei der Bewertung eines Gesamtfahrzeugsystems oder eines Antriebsstrangs verstehen, was unsere Kunden in den jeweiligen Regionen wollen.“ Damit soll ein besseres Verständnis dafür erreicht werden, welche Funktionalitäten und Anforderungen typische Schaeffler-Produkte erfüllen müssen. Für Wandlerautomaten hat der Zulieferer bereits das Kompetenzzentrum und die Grundlagenentwicklung in die USA verlagert. „Das heißt nicht, dass wir Wandlerentwicklungen und Anwendungsapplikationen nicht genauso in Europa und China machen“, erläutert Gutzmer. Aber das Zentrum, das das Netzwerk steuert, liegt nun in den USA.
Schaeffler zieht es nach Asien
Die Kompetenz der US-Entwickler verdeutlicht beispielsweise auch das von Schaeffler auf der Automesse in Detroit Mitte Januar gezeigte Demonstrationsfahrzeug, mit dem sich die Flottenverbrauchsvorschriften in den USA nach dem Standard CAFE („Corporate Average Fuel Economy“) für das Jahr 2020 erreichen lassen. Das Fahrzeug wurde von den Experten in den drei nordamerikanischen Schaeffler-Forschungsund Entwicklungszentren in Troy (Michigan), Fort Mill (South Carolina) und Wooster (Ohio) auf die Räder gestellt. Das Ergebnis: 15 Prozent Kraftstoffersparnis im realen Fahrbetrieb. Damit will das Unternehmen aus Herzogenaurach den Fahrzeugherstellern zeigen, dass man nicht nur Komponenten bauen kann, sondern auch das Gesamtfahrzeug versteht. „Wir wollen die Produkte noch besser aus funktionaler Sicht optimieren und uns neue Produktfelder erschließen“, erläutert der Entwicklungsvorstand. Als Beispiel für ein solches Gesamtverständnis nennt Gutzmer ein Thermomanagement-Modul von Schaeffler. Von diesem wird beim Antrieb nicht nur der Motor gekühlt, sondern in der Warmlaufphase aus Effizienzgründen auch das Getriebe angewärmt. Gemeinsam mit Continental will Schaeffler noch 2014 ein Fahrzeug mit der Bezeichnung Gasoline Innovation Car vorstellen. Mit dem von einem Ottomotor angetriebenen Fahrzeug für Europa wollen die beiden Zulieferer zeigen, wie ein Auto aussehen kann, das mit kombinierten Continental/ Schaeffler-Lösungen für die CO2-Anforderungen des Jahres 2020 gerüstet ist.