München. Unter dem Skandal um mehr als 40.000 nachgerüstete fehlerhafte Dieselpartikelfilter der Unternehmen GAT, Tenneco/Walker und Bosal leiden auch die Anbieter korrekt arbeitender Systeme wie die Gesellschaft für Emissionstechnologie Emitec aus Lohmar. Der Filterhersteller liefert auch das Spezial-Substrat an Twintec, das der Abgastechnik-Spezialist aus Königswinter in seinem Rußfilterkat einsetzt. Mit dem PM-Metalit von Emitec verwendet Twintec dieselbe Metallträger-Technologie, "die alle deutschen sowie mehrere japanische und französische Fahrzeughersteller in der Nachrüstung verwenden", heißt es bei Twintec.
"Wir haben die Auswirkungen des Skandals bereits zu spüren bekommen", sagt Emitec-Geschäftsführer Wolfgang Maus. "Das Nachrüstgeschäft liegt seit rund acht Wochen am Boden." Maus spricht von mehr als 50.000 Komponenten, die nicht verbaut werden konnten. Der Umsatzverlust liegt im sechsstelligen Euro-Bereich, bilanziert der Manager. Derzeit wird die Produktion für die Nachrüstung stark heruntergefahren. Allerdings sei der Verlust nicht geschäftsbedrohend. Emitec hatte 2006 rund 160 Millionen Euro umgesetzt. Maus: "Wegen der guten Wirksamkeit unserer Filter haben wir sogar Exportgeschäfte mit Herstellern wie dem koreanischen Lkw-Bauer Hyundai." Die Emitec-Filter reduzieren die Anzahl der Partikel bei Pkw um rund 40, bei Lkw um zirka 80 Prozent.
Bislang sind in Deutschland rund 300.000 Nachrüstungen durchgeführt worden. Insgesamt sind auf den Straßen hierzulande etwa neun Millionen nachrüstbare Fahrzeuge unterwegs. Der Zentralverband des Deutschen Kfz-Gewerbes rechnet mit 1,2 bis 1,5 Millionen Nachrüstungen. Twintec-Finanzvorstand Markus Lorth geht davon aus, "dass sich der Markt wieder beruhigen wird und dass sich die qualitativ hochwertigen Systeme durchsetzen werden". Bislang hat Twintec Filtersysteme im sechsstelligen Stückzahlbereich ausgeliefert.