Herzogenaurach/Hannover. Der Zulieferer Schaeffler und die IG Metall haben sich nach monatelangen Verhandlungen auf einen gemeinsamen Ausschuss geeinigt – ein erster Schritt zu einem mitbestimmten Aufsichtsrat, wie ihn die Gewerkschaft seit Langem bei Schaeffler fordert. Stück für Stück hat der Wälzlagerhersteller aus Herzogenaurach nach den Streitigkeiten mit Continental in den vergangenen Monaten Ruhe ins eigene Unternehmen gebracht. Mit Wolfgang Reitzle wurde bei Conti ein in der Branche geschätzter Chef-Aufseher gefunden, und mit Elmar Degenhart, der Karl-Thomas Neumann als Conti-Vorstandschef ablöste, scheint die Zeit der Nadelstiche zwischen beiden Unternehmen beendet zu sein.
Auch die Börse honoriert die Entwicklung bei Conti. Der Kurs der Hannoveraner war im Zuge der Finanzkrise und der Querelen zwischen den beiden Untenehmen auf bis zu 11,35 Euro im Frühjahr 2009 gesunken und liegt nach einem Zwischenhoch von 42,82 Euro Mitte Oktober 2009 nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse am Donnerstag vergangener Woche nun bei mehr als 36 Euro. Bezahlen musste Schaeffler an die Altaktionäre allerdings 75 Euro pro Papier. Trotz dieser ersten Erfolge ist der Weg zu einem gemeinsamen Großkonzern noch weit. Zunächst nimmt Conti die für eine Umschuldung benötigte Kapitalerhöhung von bis zu 1,5 Milliarden Euro im ersten Quartal 2010 in Angriff. Die Hannoveraner haben dafür im dritten Quartal ihre Bilanz bereinigt. Für diesen Zeitraum ergab sich ein Minus von über einer Milliarde Euro, weil Conti die Unternehmenswerte aus der Übernahme der Siemens-Sparte VDO abgeschrieben hat.