Frankfurt/Brühl. Der Tsunami in Japan und ein dürftiges Neuheitenangebot haben Renault in diesem Jahr auf dem deutschen Markt zurückgeworfen. Die Renault Deutschland AG wird es wohl nur dank Dacia schaffen, sich wieder vor Skoda zu platzieren. Die Verlockung zu hohen Rabatten ist da besonders groß. Doch Deutschland-Chef Achim Schaible weist dies im Gespräch mit der Automobilwoche strikt zurück. „Verstärkte Incentives sind für Renault nicht der richtige Weg“, so Schaible. Im Renault-Handel wollen ihm dabei aber offenbar nicht alle folgen: Derzeit ist es kein Problem, für einen Laguna Abschläge von 26 Prozent zu erhalten, auf das Volumenmodell Mégane gibt es ohne Probleme 18 Prozent, und bei den Kastenwagen sind 30 Prozent keine Seltenheit.
Auch in der jüngsten Rabatt-Studie des CAR-Instituts der Universität Duisburg rangiert Renault unter den Top 10 der rabattträchtigsten Marken. Das liegt vor allem an den „Yahoo“-Sondermodellen des Clio und des Twingo mit Preisvorteilen von 26,2 Prozent. Vor diesen Renault-Modellen liegen aber noch Fiat mit dem Panda und Punto sowie Citroën mit C1, C3 und dem Berlingo. Schaible kennt die Situation im Handel, da sei der Importeur nun mal machtlos. Die Marke insgesamt sei aber in puncto Rabattitis sauber. „Bis Ende August lagen wir bei der Marke Renault bei einem Marktanteil von 4,0 Prozent. Im Absatzkanal Autohäuser, wo die Eigenzulassungen stattfinden, lagen wir aber nur bei einem Anteil von 3,3 Prozent. Das ist eine gesunde Konstellation.“ Dieses Verhältnis zeige auch, dass für Renault im Absatzkanal Autohandel sogar noch Luft nach oben sei. „Das werden wir aber nur sehr zurückhaltend tun, auch wenn wir häufig vom Handel zu hören bekommen, dass wir damit Potenzial verschenken.“