Stuttgart. Die gestiegenen Rohstoffkosten haben bei Zulieferer Mahle die Bilanz negativ beeinflusst. Nach Angaben von Heinz K. Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung, hatte das Unternehmen 2007 eine Mehrbelastung in Höhe von über 80 Millionen Euro zu verkraften. Davon habe der Hersteller von Motorkomponenten und Antriebsstrangsystemen rund 32 Millionen Euro nicht an seine Kunden weiterreichen können. Dies war ein Mitgrund, warum der Vorsteuergewinn 2007 gegenüber dem Vorjahr nur um 4,6 Prozent auf 308,1 Millionen Euro zulegte.
Mit einem Plus von 17,3 Prozent beim Umsatz überschritten die Stuttgarter erstmals knapp die Fünf-Milliarden-Euro-Grenze. Ein Großteil des Zuwachses lässt sich auf die Übernahmen des Geschäftsfeldes Motorenteile des US-Zulieferers Dana sowie des Bereichs Ansaugmodule und Luftfiltration der ehemaligen Siemens-Tochter VDO zurückführen. Währungsbereinigt habe der Umsatzzuwachs sogar bei 20 Prozent gelegen.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Junker wegen der Euro-Dollar-Relation sogar eine noch stärkere Auswirkung auf den Umsatz. Vor allem bedingt durch die Zukäufe beschäftigte das Stuttgarter Unternehmen zum Jahresende mit 47.877 Mitarbeitern 24 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. In Deutschland stieg die Anzahl der Arbeitnehmer um 335 auf insgesamt 9185.
Einer der Bausteine für künftiges Wachstum bei Mahle ist das 50:50-Joint-Venture mit dem Stuttgarter Nachbarn Bosch zu Entwicklung, Vertrieb und Produktion von Turboladern. Junker sieht in der Aufladung moderner Motoren durch Abgasturbolader eine der Schlüsseltechnologien, um Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen zu reduzieren.
Während Dieselmotoren häufig bereits über Abgasturbolader verfügen, "werden diese in rasch zunehmendem Maße in den nächsten Jahren auch bei Ottomotoren in Zusammenhang mit Direkteinspritzung realisiert", erklärt der Mahle-Chef. Junker rechnet damit, dass das Gemeinschaftsunternehmen 2015 rund 1,5 Millionen Abgasturbolader herstellen wird. Im zweiten Halbjahr 2008 werde mit der Erweiterung des bestehenden Standorts im österreichischen St. Michael begonnen. 400 Mitarbeiter sollen dann für Produktion und Endmontage der Turbolader sorgen.
Laut Mahle betrug der weltweite Markt für Abgasturbolader im Jahr 2006 rund 15 Millionen Stück. Für 2020 rechnet der Zulieferer mit einem Weltmarkt von etwa 45 Millionen solcher Aufladungssysteme.