Detroit. Auch wenn die C-Klasse heute besser läuft, so ist die E-Klasse mit 13 Millionen verkauften Exemplaren doch das erfolgreichste Modell in der Geschichte von Mercedes. "Keine andere Baureihe hat die Marke und die ganze automobile Oberklasse über Jahrzehnte so sehr geprägt", sagt Ola Källenius, Mercedes-Vertriebschef und Daimler-Vorstand. Entsprechend hoch sind die Ansprüche an die neue Generation, die auf der Auto Show in Detroit präsentiert wird. Hier die Neuerungen:
Raumgleiter mit Stern
Die E-Klasse passt sich dem Design von C- und S-Klasse an. Die Formen sind deutlich runder, trotzdem wirkt das Auto breit und stämmig. Das Dach ist fast Coupéhaft nach unten gezogen. Im Vergleich zum Vorgänger hat die E-Klasse in der Länge um 43 Millimeter zugelegt, der Radstand ist um 65 Millimeter gewachsen.
Das Cockpit wird dominiert von den zwei riesigen Bildschirmen, die zu einer Fläche verschmelzen und auch im Innenraum die Breite des Autos betonen. Sie lassen sich erstmals über zwei "Touch Control Buttons" am Lenkrad bedienen. Die Rundinstrumente können in drei Stilen angezeigt werden. Neue Materialien wie Hölzer im Yachting-Look sollen die Wertigkeit und Modernität hervorheben. Für die Ambientebeleuchtung stehen 64 Farben zur Auswahl. Die Sitze bieten mehr Wellness-Funktionen als die der S-Klasse.
Bei der Entlastung des Fahrers haben die Entwickler einen weiteren Schritt in Richtung automatisiertes Fahren gemacht. So wechselt die E-Klasse selbstständig die Spur und kann vorausfahrenden Autos bis zu einer Geschwindigkeit von 210 km/h folgen. Bis 130 km/h gleitet das Fahrzeug im Verkehr mit, ohne dass der Fahrer die Hände am Lenkrad haben muss. Ebenfalls neu: Das Auto parkt selbstständig ein, nachdem der Fahrer ausgestiegen ist und per Smartphone das Kommando gegeben hat. Mercedes hat so viele Assistenzsysteme in die E-Klasse gepackt, dass sie ohne Zusatzausrüstung als erstes Serienfahrzeug eine Testlizenz fürs autonome Fahren im US-Bundesstaat Nevada erhält. Andere Fahrzeuge benötigen dafür zusätzliche Hard- und Software.
Stolz ist Mercedes auf das neue Aggregat OEM 654, das dem E 220d auf 100 Kilometern im Schnitt 3,9 Liter Diesel abverlangt. Dies angeblich auch auf der Straße, wie von 2017 an von der EU für die Typgenehmigung vorgeschrieben. Der Plug-in-Hybrid E 350e schafft rein elektrisch 30 Kilometer und schluckt im Mix 2,1 Liter.
Es bleibt bei den bekannten Ablegern aus Kombi (Mitte 2016), Coupé (März 2017) und Cabrio (September 2017). Noch sagt Mercedes nichts zum Preis. Er dürfte für die Limousine wie bisher bei 41.500 Euro beginnen. Nach oben hin ist die Skala angesichts von teuren Extras wie dem HD-Breitbildschirm oder Massagesitzen aber deutlich offener als bisher.