Puchheim. Im Schatten des Hypes um das Elektroauto treibt Proton Motor aus Puchheim bei München die Entwicklung der Brennstoffzelle voran. „Wir sind derzeit auf der Suche nach einem Auftragsfertiger, um die Brennstoffzelle zu industrialisieren, und stehen mit mehreren namhaften deutschen Unternehmen in Verhandlungen“, erklärt Geschäftsführer Thomas Melczer. „Mittelfristig wollen wir zum Zulieferer für standardisierte Module, das heißt komplette Brennstoffzellensysteme und darauf aufbauende Applikationen, werden.“
Künftig sollen pro Jahr mehrere Tausend Module entstehen. Proton Motor ist 1998 aus der Firma Magnet Motor, einem Spezialisten für elektrische Fahrzeugantriebstechnik, hervorgegangen und befindet sich unter dem Dach der britischen Muttergesellschaft Proton Power Systems. Besonders stolz ist man in dem Unternehmen mit gut 40 Mitarbeitern auf ein Zertifikat des TÜV Süd: Im Herbst 2008 erhielt Proton für ein Brennstoffzellenmodul als erstes Unternehmen weltweit ein Brennstoffzellen-Prüfsiegel des TÜV. Das Modul soll in Systemen mit einer Brennstoffzellenleistung von zwei bis 20 Kilowatt eingesetzt werden. Vebaut werden sollen die Antriebe laut Melczer in Autos von Kurierdiensten oder Kommunalfahrzeugen.
Laut Melczer lässt sich ein 20-Kilowatt-Aggregat auch in einem größeren Pkw oder Transporter als Hybrid-Baustein einsetzen. Mit einem entsprechenden Wasserstofftank wäre eine Reichweite von rund 200 Kilometern möglich. Melczer schwebt dabei ein Kartuschensystem mit Wechselstationen für den Wasserstoff an Tankstellen oder Supermärkten vor. Der Geschäftsführer rechnet mit Kosten von 6000 bis 7000 Euro, um ein Auto entsprechend umzurüsten. Bei Neuausrüstung von Fahrzeugen in der Serie würde der Preis sogar erheblich niedriger ausfallen, ist Melczer sicher.