Stuttgart. Die Ermittlungen gegen Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche sowie zehn weitere amtierende und ehemalige Porsche-Aufsichtsräte werden eingestellt. Laut der Staatsanwaltschaft Stuttgart hat sich der Verdacht der Marktmanipulation im Zusammenhang mit der Übernahmeschlacht um VW nicht bestätigt.
Dafür ist Ex-Kommunikationschef Anton Hunger plötzlich ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Gegen ihn wird wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur Marktmanipulation Anklage erhoben. Hunger werde vorgeworfen, im Jahr 2008 unrichtige Erklärungen zum Beteiligungserwerb an VW vorbereitet und veröffentlicht zu haben. Hunger war Pressesprecher der angeklagten Vorstände Wendelin Wiedeking und Holger Härter. Hungers Verteidigerin teilte mit, er weise den Vorwurf zurück. Ob ein Hauptverfahren eröffnet wird, ist noch offen.
Den Ex-Vorständen wird vorgeworfen, die Öffentlichkeit über ihre Pläne im Jahr 2008 im Unklaren gelassen zu haben. Ihr Ziel sei die Übernahme von VW gewesen. Nach dem gescheiterten Versuch wurde am Ende Porsche in den VW-Konzern integriert.
Der Prozess gegen Ex-Chef Wiedeking und Ex-Finanzchef Härter beginnt am 22. Oktober in Stuttgart. Ob auch Hunger mit ihnen auf der Anlagebank sitzen wird, soll sich in den nächsten Wochen klären.