Linz/Bötzingen. Nach dem Einstieg von Schaeffler bei Conti gibt es den nächsten Coup in der Zulieferindustrie: Die österreichische Polytec-Gruppe übernimmt den Kunststoffspezialisten und Wettbewerber Peguform aus Bötzingen. Durch den Zukauf entsteht ein Konzern mit 13.500 Mitarbeitern und 2,2 Milliarden Euro Umsatz. Ob der Name Peguform erhalten bleibt, ist noch offen. „Ich habe nicht vor, kurzfristig etwas zu ändern“, so Polytec-Chef Friedrich Huemer, mit 32,1 Prozent Kernaktionär der Polytec-Gruppe.
Huemer will zunächst Kunden und Mitarbeiter befragen, bevor es zu einer Entscheidung kommt. Beide Unternehmen hätten einen guten Namen in der Branche, „aber eine komplette Mehrmarkenstrategie macht auch keinen Sinn. Das wird mir noch einige schlaflose Nächte bereiten“, so Huemer. Mithilfe des Zukaufs wollen die Linzer weiter globalisieren. Huemer sieht gute Chancen, die internationalen Standorte auszubauen: „Je größer ein Unternehmen ist und je mehr Marktbedeutung es hat, umso interessanter wird man als Joint-Venture-Partner.“
Durch Peguform verfügt Polytec nun auch über Standorte in Mexiko und Brasilien sowie Joint Ventures in China, Portugal und Spanien. Überlappungen zwischen den beiden Unternehmen sieht Huemer bei 25 bis 30 Prozent des Umsatzes – etwa im Compositegeschäft (unter anderem Ölwannen und Motorabdeckungen), aber auch beim Interieur (Tür- und Säulenverkleidungen und Konsolen). Während Peguform Seat, VW und Audi zu seinen Hauptkunden zählt, ist Polytec stark bei BMW, Daimler und GM vertreten.