München. „Unser Hauptprodukt beim autonomen Fahren ist das kamerabasierte Vision-System. Wir sind einer der größten Kameraproduzenten der Welt“, erklärte der Konzernlenker. Für das Mercedes S-Klasse Coupé etwa hat der Zulieferer ein Digitalkamera-System entwickelt, das eine 360-Grad- Sicht bietet, von Magna Surround- Vue genannt. Der kanadische Konzern, der sich als am stärksten diversifizierter Zulieferer der Welt sieht, hat im Februar sein Batteriezellen- Geschäft an Samsung verkauft. „Wir hatten bereits vor einiger Zeit eine Entscheidung getroffen, keine Batteriezellen zu produzieren. Es gibt eine Reihe großer Hersteller wie Samsung, LG oder Panasonic, mit denen wir nicht in Wettbewerb treten wollen.“ Es sei ein sehr schwieriges Geschäft, diese Zellen ins Fahrzeug zu integrieren. Allerdings habe das Unternehmen bei Magna Steyr weiterhin das Know-how an Bord, um das komplette Batteriesystem ins Fahrzeug integrieren zu können. Für den Zulieferer seien die Batteriezellen „nur ein sehr kleiner Teil des Geschäfts“ innerhalb des Magna- Konzerns gewesen, so Walker. Der Magna-Boss verfolgt ehrgeizige Ziele. „In der Fertigung, bei den Innovationen, beim globalen Footprint und beim Projektmanagement wollen wir die Besten der Welt sein.“ Bereits in fünf Jahren soll das Unternehmen in Fertigung, Projektmanagement, Logistik, Qualität und Liefertreue die Nummer eins unter den Auftragsfertigern sein. „Und wir wollen als eines der führenden Unternehmen bei Innovationen gelten“, so Walker. Magna investiere sehr viel Geld und Zeit, um dieses Ziel zu erreichen. „Zwischen 2015 und 2017 wollen wir fünf Milliarden USDollar in neues Geschäft im Automobilbereich investieren.“ Derzeit produziert Magna fast ausschließlich Produkte und Systeme für die Fahrzeugindustrie. Doch diese Fokussierung will Walker aufgeben. Er halte nach Möglichkeiten Ausschau, die Expertise im Ingenieurbereich, in der Fertigung und Logistik auch in anderen Branchen einzubringen.
Magna-Chef
Partner beim autonomen Fahren gesucht
Beim autonomen Fahren gibt sich Magna-Chef Don Walker offen für Partnerschaften. Für jeden in der Branche seien die Ausgaben im Bereich Forschung und Entwicklung sehr hoch. „Wir sind daher sehr offen für Diskussionen mit Technologiepartnern, die über die Fähigkeiten verfügen, die man fürs autonome Fahren benötigt. Wenn eine Zusammenarbeit mehr Vorteile für die Beteiligten bringt, als wenn jeder für sich arbeitet, sollten wir diese Möglichkeiten nutzen“, sagte Walker der Automobilwoche.