Rüsselsheim. Obwohl der Astra Sports Tourer erst im Oktober auf dem Pariser Autosalon Weltpremiere feiert, kommt der Kombi- Version von Opels Kompaktklassemodell bereits jetzt die Rolle des Hoffnungsträgers zu. Zwar erklären Opel-Manager gern, der Verkauf des fünftürigen Astra laufe gut. Doch 42.417 Deutschland- Zulassungen bis Ende Juli sind kein wirklicher Durchbruch. Der "alte“ Ford Focus schaffte es im gleichen Zeitraum auf immerhin 29.000 Zulassungen, und der VW Golf machte mit 153.000 Neuzulassungen überdeutlich klar, wie groß der Abstand nach wie vor ist. Die Kombi-Variante Sports Tourer, zu besseren Opel-Zeiten Caravan genannt, soll den Rüsselsheimern nach der Markteinführung im November im Kompaktklassesegment steigende Absatzzahlen bescheren. Der Optimismus der Opel-Manager stützt sich auf die Verkaufszahlen des Vorgängers: Im vergangenen Jahr betrug der Caravan-Anteil beim Astra in Deutschland rund 40 Prozent. Punkten wollen die Rüsselsheimer vor allem mit dynamischem Design und mit in dieser Klasse noch nicht üblichen Ausstattungsdetails.
Dazu gehört das vom Insignia bekannte adaptive Fahrlicht AFL+ und eine Frontkamera, die Verkehrszeichen erkennt und als technische Basis für den Spurhalteassistenten dient. Praktisch und in dieser Form exklusiv in der Kompaktklasse: Die Rücksitzlehnen können per Knopfdruck elektrisch weggeklappt werden. Zudem gleitet die Laderaumabdeckung per Fingerdruck nach oben. Auch wird es eine Weiterentwicklung des Fahrradträger- Systems "FlexFix“ geben. Bei der Motorisierung stehen zum Start drei Turbodiesel mit 110, 125 und 160 PS sowie fünf Benziner mit 100, 115, 120, 140 und 180 PS zur Verfügung. Nach Einschätzung der Opel-Marktstrategen dürften die kleineren Benziner ähnlich wie beim Vorgänger rund 60 Prozent der Bestellungen auf sich ziehen. Die Zeiten großer Preisvorteile gegenüber der Konkurrenz sind bei Opel allerdings vorbei. So startet die Basismotorisierung des Astra Sports Tourer bei exakt 18.000 Euro, knapp unter dem Golf Variant (18.675 Euro) und etwas über dem Ford Focus Turnier (17.050 Euro). Merklich günstiger ist nur der Sˇkoda Octavia Combi mit 16.140 Euro. Allerdings bietet schon der kleine 1,4- Liter-EcoFlex-Benziner 20 PS mehr als die Basismodelle der Wettbewerber. Die Top-Version, der Zweiliter- CDTI mit Sechsstufenautomatik, ist ab 26.955 Euro zu haben, in der Top-Ausstattung "Innovation“ sind 29.605 Euro fällig.