Darmstadt. Die Opel-Händler blicken mit großer Skepsis auf die geplante europaweite Neuausrichtung der Marke, die auch in Deutschland neue Händlerverträge nach sich ziehen wird. Bei der jüngsten Händlertagung in Darmstadt wurden Befürchtungen laut, dass Opel die Verträge flächendeckend zum 31. Mai 2011 kündigen könnte. Eine Kündigung vor Abschluss der Gespräche mit dem Händlerverband VDOH erwartet der Verband aber vorerst nicht. „Grundsätzlich besteht Unverständnis, dass Opel in einer so fragilen Situation neue Händlerverträge anstrebt“, sagt VDOH-Sprecher Thomas Bieling.
Besonders störten sich die Händler an den geplanten Einschränkungen beim Mehrmarkenhandel. Opel will bis 2013 die Präsentation der Marke im Netz deutlich aufwerten (die Automobilwoche berichtete). Mehrmarkenhändler müssen künftig räumlich getrennte Verkaufsräume einrichten. Außerdem sollen die Standards bei der Aus- und Weiterbildung angehoben werden, wie die deutsche Vertriebschefin Imelda Labbé vor den Händlern erläuterte. Wer die Schulungen schwänzt, muss mit einer Kürzung der Neuwagen- Marge rechnen. Konkrete Einzelheiten nannte Labbé indes noch nicht. Damit ist bislang eine Arbeitsgruppe beschäftigt, der unter anderem Verbandssprecher Bieling und AVAG-Aufsichtsratschef Albert Still angehören. Die Teilnehmer mussten eine Verschwiegenheitsklausel unterschreiben.