Wuppertal. Um den steigenden Rohstoffpreisen – etwa für Kupfer – zu begegnen, ist die Herstellung von Bordnetzen in den vergangenen Jahren in immer kostengünstigere Länder verlagert worden. „Doch mit Standorten wie in der Ukraine oder in Marokko sind wir am Ende der Kostenoptimierung angelangt“, sagt Gerhard Mertes. Der Manager, der für Delphi Bordnetzsysteme Europa, Mittlerer Osten und Afrika verantwortlich ist, erwartet daher keine weiteren Verlagerungen. Andere Lösungen seien nun gefragt – etwa beim Querschnitt der Kabel. In knapp zwei Jahrzehnten verringerte sich laut Mertes der Querschnitt der Kabel um rund die Hälfte auf im Mittel 0,62 Quadratmillimeter. Einzelne Kabel erreichen dabei eine Stärke von 0,35 Quadratmillimeter.
Diesen Wert haben viele Autohersteller als Untergrenze in der Kabelfertigung festgeschrieben. Mertes hält es aber für möglich, die Durchschnitts-Kabelstärke in den kommenden zehn Jahren um 30 Prozent zu senken und somit auch Gewicht zu sparen. Mittlerweile registriert er ein Umdenken. So werden von einigen Herstellern bei bestimmten Anwendungen Kabel mit einem Querschnitt von 0,13 Quadratmillimetern akzeptiert. Das wird von Experten als Untergrenze dafür angesehen, eine sichere Montage der Leitungen von Hand gewährleisten zu können. Mertes ist aber zuversichtlich, dass dank neuer Materialien und Fortschritten in der Produktionstechnologie der manuelle Anteil verringert werden kann. Er fordert eine weitere Standardisierung in der Kabelproduktion. Mittlerweile komme man etwa bei den Clips, mit denen die Kabel befestigt werden, mit 39 statt bislang rund 3200 verwendeten Typen aus.