Monaco. Anders als Fiat will Opel bei seiner anstehenden harten Restrukturierung nicht allein auf das Prinzip Kostensenkung setzen, sondern auch weiter in Produkte und Innovationen investieren. Opel brauche auch eine Wachstumsperspektive und werde wichtige Investitionen weiter vorantreiben, betonte Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke beim Kongress der Automobilwoche- Schwesterzeitschrift Automotive News Europe in Monaco. „Natürlich müssen wir sparen. Aber unsere Strategie geht weit über Kostenreduktionen hinaus“, sagte der Opel-Chef vor rund 300 Managern aus der europäischen Automobilbranche. „Das Produkt steht an erster Stelle und ist der Schlüssel zum Erfolg. Deshalb werden wir unsere Investitionen aufrechterhalten.“ General Motors habe keinesfalls die Absicht, sich aus dem schwierigen westeuropäischen Markt zurückzuziehen: „Wir bleiben in Europa und denken nicht daran, die Segel zu streichen.“
Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte sich jüngst pessimistisch zur Marktentwicklung in Europa geäußert und erklärt, die Investitionen in Europa von 7,5 Milliarden Euro um 500 Millionen Euro zu reduzieren. Stracke dagegen sagte, er blicke sehr optimistisch in die Zukunft. „Wir werden die Wiederbelebung der Marke Opel in den nächsten Jahren erleben, davon bin ich fest überzeugt.“ Das Kunststück für die Marke mit dem Blitz bestehe darin, ihre zahlreichen traditionellen Kunden zu halten beziehungsweise wiederzugewinnen und gleichzeitig Neukunden mit interessanten Nischenangeboten zur Marke zu ziehen. „Das ist leichter gesagt als getan“, räumte Stracke ein. Kostensenkungen seien aber Voraussetzung für die Erholung.Dazu gehörten Anstrengungen im Bereich Einkauf, Produktion und auch Entwicklung. Zum Schicksal des Bochumer Werks über das Jahr 2017 hinaus wollte sich der Opel-Chef nicht äußern. „Wir führen gute Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über Kapazitätsanpassungen in Deutschland“, sagte er lediglich. Möglich sei künftig durchaus die Produktion von Fremdfahrzeugen in Opel-Werken, bekräftigte er frühere Aussagen. Die nächsten drei Jahre seien sehr schwer vorhersehbar, räumte Stracke ein. „Ich erwarte nicht, dass der Markt in den nächsten zwei bis drei Jahren merklich wächst.“ Im besten Falle werde der Markt stabil bleiben, fügte er hinzu. „Wir werden aber nicht allein und wir können nicht allein auf die Erholung der europäischen Märkte warten“, sagte er. Große Hoffnungen setzt der Opel-Chef auch in die neue Allianz mit PSA. Dadurch seien beträchtliche Kosteneinsparungen im Bereich Logistik und Einkauf und bei der Entwicklung gemeinsamer Architekturen zu erwarten – allerdings nicht über Nacht, sondern eher mittelfristig."Nicht nur die Kosten senken“
Anders als Fiat will Opel bei seiner anstehenden harten Restrukturierung nicht allein auf das Prinzip Kostensenkung setzen, sondern auch weiter in Produkte und Innovationen investieren. Opel brauche auch eine Wachstumsperspektive und werde wichtige Investitionen weiter vorantreiben, betonte Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke beim Kongress der Automobilwoche- Schwesterzeitschrift Automotive News Europe in Monaco.