Ja, verglichen mit der Verfassung, in der der Markt noch vor einigen Jahren war. Derzeit hat sich der weltweite Markt für Cabriodächer bei 500 bis 600 Millionen Euro eingependelt. Vor fünf Jahren lagen wir bei rund einer Milliarde Euro und hatten die Hoffnung, dass sich der Markt in Richtung 1,2 Milliarden Euro entwickeln könnte. Je nach An- und Auslauf von Fahrzeugmodellen rechnen wir mittelfristig jetzt mit einer Größenordnung von bis zu 700 Millionen Euro.
Nicht mehr genügend Volumen für drei Anbieter
Ich denke, dass der Markt in letzter Konsequenz nicht mehr genügend Volumen für drei Anbieter hergibt. So ein Cabrioverdeck ist ein sehr komplexes Bauteil, bei dem der Zulieferer viel Entwicklungskompetenz haben muss, um die Integration ins Fahrzeug leisten zu können. Man benötigt daher ein entsprechendes Umsatzvolumen, um auch neue Entwicklungsprojekte finanzieren zu können.
Zum einen gibt es in dem Land eine relativ starke Umweltverschmutzung und zum anderen einige sehr heiße Regionen, die das Cabriogeschäft erschweren. Dazu kommt noch ein kulturelles Thema. Während wir hierzulande mit einem braunen Teint dokumentieren, dass wir das Leben genießen, ist das in Asien nicht der Fall. Dort wird ein heller Teint bevorzugt.
Aber es gibt Hoffnung. In Metropolen wie Schanghai oder Peking habe ich selbst erlebt, dass innerhalb kurzer Zeit plötzlich vier, fünf Cabrios an mir vorbeigefahren sind. Ich kann mir deshalb vorstellen, dass sich der chinesische Markt doch noch entwickelt, weil ein Cabrio zum Statussymbol wird. Oder dass es eine positive Entwicklung gibt, wenn China die Umweltthemen in den Griff bekommt. Das wird aber noch nicht in den nächsten drei bis fünf Jahren der Fall sein, sondern eine solche Entwicklung erwarte ich langfristig.
Wir fahren eine zweigleisige Strategie. Zum einen haben wir am Standort in Hengersberg in ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum investiert. Damit zeigen wir, dass wir trotz des kleinen Markts zum Cabrio stehen. Zum anderen haben wir in den vergangenen Jahren Standorte geschlossen, gleichzeitig aber die Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung konstant gehalten. Mit einer optimierten Fertigung schaffen wir es so, auch in diesem hart umkämpften Markt über der Nullgrenze zu bleiben.
Ja, das ist nicht nur eine absolut denkbare, sondern auch in absehbarer Zeit realisierte Thematik.