Peking. Die Ansprüche an Führungskräfte seien im Reich der Mitte indes gestiegen. „Vor einigen Jahren rekrutierten deutsche Automobilunternehmen fast nur deutsche Manager, die dann drei bis vier Jahre in China arbeiteten. Heute steht lokales Recruiting im Fokus.“ Als lokale Arbeitskräfte würden aber nicht nur Chinesen betrachtet, sondern auch die zahlreichen internationalen Expats, die bereits länger in China leben. „Diese Kräfte haben schon interkulturelle Erfahrung und wissen, was auf sie zukommt.“ Dass sich internationale Automobilunternehmen mittlerweile häufiger am Arbeitsmarkt vor Ort umsehen, hat auch finanzielle Gründe. Lokale Verträge würden etwa keine Zulagen für das Schulgeld der Kinder vorsehen. „Das können dann durchaus 100.000 Euro im Jahr weniger sein.“ Chancen für internationale Manager gebe es vor allem an Standorten, die für einheimische Kräfte unattraktiv seien, etwa die entlegenen Regionen Changchun oder Urumtschi. Deutsche Manager seien besonders gefragt, wenn sie Expertenwissen haben, etwa im Bereich Qualitätssteuerung oder der Entwicklung.
Harter Wettbewerb
Neue Konkurrenten in Chinas Chefetagen
Ein Einsatz in China kann für Europas Automobilmanager zum Karriere-Sprungbrett werden. Im Reich der Mitte müssen sie sich mittlerweile aber in den Führungsetagen gegen gut ausgebildete chinesische Kräfte durchsetzen. „China ist für die Karriereentwicklung zweifellos interessant“, sagt Oliver Liegel, Leiter des Automotive-Recruitment in China bei der internationalen Personalberatungsfirma Signium. „Früher musste man mehr Überzeugungsarbeit leisten, wenn ein Posten in China zu besetzen war“, sagt er.