München. Nachwachsende Rohstoffe im Fahrzeuginterieur sind zwar nicht neu, aber die Zulieferer entwickeln stetig neue Ideen, um den leichten Werkstoffen neue Anwendungsfelder zu eröffnen. Der US-Interieurspezialist IAC Group setzt beispielsweise bereits seit mehr als 30 Jahren solche Materialien ein. Typische Anwendungsgebiete sind dort Türverkleidungen, Seiten- und Kofferraumverkleidungen, Hutablagen, Sitzrückenverkleidungen oder Träger für Instrumententafeln, aber auch Säulenverkleidungen. Die Kombination von Flachs und Kunststoff wurde zum Beispiel zum ersten Mal in der C-Säulenverkleidung des Mercedes CLK des Modelljahres 1997 eingesetzt.
Alain Choquet, Senior Marketing Manager bei Visteon Interior Systems, verweist darauf, dass die Automobilindustrie sich schon seit einigen Jahren verschiedener erneuerbarer Materialen bedient. Etwa Naturfasern zur Verstärkung von Polypropylen. Des Weiteren würden bei einigen Duroplasten bereits Öle aus nachwachsenden Rohstoffen anstelle ihrer fossilen Entsprechungen genutzt werden. "Dennoch bilden erdölbasierende Granulate für einen Großteil der Automobilbauer weiterhin die Grundlage jeder Materialstrategie. Erst einige wenige Fahrzeughersteller haben Versuche mit alternativen Rohstoffen auf rein biologischer Basis begonnen“, so Choquet.
Gemeinsam mit Partnern habe Visteon das Material "Gaialene“ entwickelt, das auf Weizenfasern basiert. Dieses Material ist durch Einbettung in die Polypropylen-Matrix schrittweise in der Lage, Polypropylen oder Polykarbonate signifikant zu reduzieren beziehungsweise zu ersetzen. Typische Anwendungsgebiete für derartige Materialien sind Türinnenverkleidungen und Innenablagen, Luftkanäle oder Komponenten zur Geräuschdämmung im Fahrzeuginnenraum.