München. In mehreren Ländern steht der Sprung auf modernste Technik noch bevor. In Brasilien, Russland und China, so erläutert Thomas Waldhier, Geschäftsführer Exhaust Technology bei Eberspächer, sind die Abgasgrenzwerte mit den früheren Normen Euro 4 oder 5 vergleichbar, in Indien gelte in weiten Teilen sogar noch Euro 3. Die Grenzwerte werden aber zunehmend schärfer. Waldhier nennt Beispiele: „Russland im Jahr 2016 mit der Einführung von Euro 5 oder Japan, wo vermutlich 2017 eine Abgasnorm ähnlich Euro 6 eingeführt wird. Die dort zur Emissionsreduzierung notwendige Technik lehnt sich an bestehende Lösungen an.“ Insgesamt scheinen die Marktaussichten für Nutzfahrzeug-Abgassysteme günstig. Markus Heyn, Chef des Bosch-Bereichs Diesel Systems, prognostiziert eine Verdopplung des Marktvolumens bis 2020. Deshalb weitet die auf Nutzfahrzeug-Diesel spezialisierte Tochter Bosch Emission Systems die Produktionskapazitäten aus.
Abgasgrenzwerte
Nach Euro 6 stehen die Kosten im Mittelpunkt
Euro 6 ist für neue Nutzfahrzeuge bereits Realität. Seit den ersten Abgasnormen sind damit bei Lkw die Partikelmasse um 97 Prozent und die Stickoxidemissionen um 95 Prozent verringert worden. Für eine Verschärfung sind keine Pläne bekannt. Die Lieferanten von Abgasreinigungssystemen – und die Motorenhersteller – stehen also zunächst vor der Aufgabe, die aktuell gültigen Grenzwerte mit möglichst kostengünstigen Lösungen zu erfüllen. MAN beispielsweise verweist darauf, dass es beim Sprung von Euro 5 auf Euro 6 sogar gelungen sei, den AdBlue- Verbrauch zu halbieren.