Stuttgart. Auf der einen Seite schweben die großen Maschinen herein, auf der anderen röhren die Sportwagen auf der hauseigenen Rennstrecke. Für Porsche-Vertriebschef Detlev von Platen könnte die vor einem Jahr eröffnete neue USA-Zentrale am Flughafen von Atlanta kaum eine bessere Lage haben. Herzstück neben der Verwaltung ist das Kundenerlebniszentrum samt Tagungsräumen, Restaurants und eben jener Piste, auf der ein 911er beim Fahrtraining mal so richtig ausgefahren werden kann.
"Das ist eine Granate", sagt von Platen, der zuvor die US-Geschäfte leitete, über den Neubau. "Wir haben für 2016 mit 20.000 Besuchern gerechnet, jetzt gehen wir von 40.000 aus. Alle Angebote sind ausgebucht." Ähnliche Zentren hat Porsche bereits in Leipzig, Silverstone, Le Mans und Moskau, ein weiteres soll bis Ende des Jahres in Schanghai folgen.
Auch andere Hersteller folgen dem Trend, das Markenerlebnis für die Kunden mit passenden Fahrgelegenheiten zu verbinden. So hat Mercedes vor wenigen Tagen im Werk Rastatt, wo A- und B-Klasse gefertigt werden, mit dem Bau einer Eventfläche samt Gelände-Parcours begonnen. Auf Holper- und Gefällstrecken können Kunden gleich den richtigen Umgang mit ihrem Kompakt-SUV GLA trainieren. Das 10.000 Quadratmeter große Gelände soll auch für Kultur-Veranstaltungen mit bis zu 7000 Besuchern genutzt werden. "Wir schaffen damit ein attraktives Angebot für Autobegeisterte", sagt Waldemar Epple, Leiter der der Kundencenter Rastatt und Sindelfingen. Auch in Bremen hat Mercedes gute Erfahrungen mit einer Offroad-Strecke für den GLC gemacht. Hier würden bis zu 3200 Einzelfahrten im Jahr gebucht, so eine Sprecherin.