München. Investieren in der Krise: Vor allem etliche große Zulieferer waren in den vergangenen Monaten darum bemüht, sich mit Investitionen für den erwarteten Aufschwung zu rüsten. Doch auch das auf Kleinserien spezialisierte österreichische Unternehmen MS Design mit rund 250 Mitarbeitern setzt hier Zeichen. In den vergangenen zwei Jahren hat der Kunststoffspezialist insgesamt zwölf Millionen Euro in seine Lackieranlage investiert. Derzeit nimmt der Zulieferer die nunmehr vierte Lackierstraße in Betrieb.
Manfred Santer, Gründer und Inhaber der MS-Gruppe, verspricht sich davon vor allem eine höhere Produktivität sowie eine verbesserte Prozesssicherheit. Er lobt die Lackieranlage seines Unternehmens als eine der modernsten für Kleinserien. Santer will mit dem Investment das Automobilgeschäft kräftig ausbauen. Der Umsatz von MS Design von 30 Millionen Euro aus dem Jahr 2009 soll in den kommenden drei Jahren verdoppelt werden. Die Stückzahlen der in einer Serie jährlich produzierten Teile liegen bei MS Design zwischen 200 und etwa 25.000. Die Österreicher liefern beispielsweise Seitenschweller und Frontschürze für einige RS-Modelle von Audi und den Heckspoiler für den Porsche Cayenne. Hauptkunde sind der Volkswagen-Konzern und Ford. Als Neukunde wurde kürzlich Renault gewonnen.
Unternehmensgründer Santer will in den kommenden Jahren vom Trend profitieren, dass die Fahrzeughersteller mit immer mehr Derivaten ihrer Modelle auf den Markt drängen. Neben den Autobauern will er auch die Boots- und Freizeitindustrie und Hersteller von Nutzfahrzeugen mit Kleinserien beliefern. "Vom Design bis zum fertigen Produkt können wir alles aus einer Hand liefern“, wirbt Santer. Das Kompetenzspektrum des Unternehmens aus Roppen in Tirol schließt dabei auch den Prototyp- und Werkzeugbau ein.