Köln. Für die deutschen Toyota- Händler bahnt sich ein Ende des Ärgers mit dem veralteten Dealer- Management-System (DMS) an. Sämtliche Prozesse, von der Neuwagenbestellung über die Gebrauchtwagenbewertung bis hin zu Einkauf, Finanzierung, Werkstattplanung, Buchhaltung und Marketing, hatten sich in den vergangen Jahren massiv verändert. Das DMS war den komplexeren Abläufen nicht mehr gewachsen. Das Toyota-System war, wie bei den meisten anderen Herstellern, nach und nach entwickelt worden.
Es basiert auf diversen Programmiersprachen und verwendet die unterschiedlichsten Benutzeroberflächen. Die Folgen sind ein hoher Wartungsaufwand und eine hohe Komplexität mit entsprechenden Nachteilen bei der Bedienbarkeit. Diese Mängel waren Toyota seit geraumer Zeit bekannt. Doch vor den Kosten eines komplett neuen Systems schreckte man lange zurück. Schließlich entschied sich die zuständige Toyota Informations- Systeme GmbH (TIS) dafür, ein völlig neues DMS zu entwickeln – und zwar selbst. „Dadurch sparen wir und die Händler die oft hohen Lizenzgebühren“, erklärt dazu Werner Ahrens, Vertriebsund Anwendungsberater bei TIS.
Toyota will mit dem selbst entwickelten System kein Geld verdienen, sondern nur kostendeckend arbeiten. Das neue System ist noch nicht fertig, aber bereits so vielversprechend, dass Toyota Europe nunmehr erwägt, die deutsche Entwicklung auch in Polen und Tschechien einzusetzen. Derzeit stecken die acht eigens dafür eingestellten Programmierer mitten in der Detailarbeit. Ein Pilotprojekt soll schon im April 2012 starten. Danach soll das neue DMS binnen drei Jahren im Händlernetz ausgerollt werden. „Oberstes Grundprinzip ist Einfachheit und intuitive Bedienbarkeit.
Wir haben uns bei allen Prozessen vorgenommen, dass drei Klicks reichen müssen, um zum Ergebnis zu kommen“, sagt Ahrens. Ein weiteres Prinzip ist die Web-Basiertheit. „Das System wird auf jedem einfachen PC laufen und erfordert keine ständigen Updates durch den User mehr“, verspricht Ahrens. Wichtig ist auch die angestrebte Modularität: Das neue DMS soll in bereits vorhandene Komponenten integriert werden können und ausbaufähig sein.
Nicht zuletzt berücksichtigt Toyota für seine Mehrmarkenhändler auch acht weitere Importmarken in dem neuen System. Anders als in der Vergangenheit habe Toyota bei der Entwicklung des neuen DMS eine gründliche Bestandsaufnahme bei den Händlern an den Anfang gestellt, betont Ahrens. „Wir haben uns wirklich tief in die Realität unserer Händler begeben. Teilweise hatten wir ja gar nicht mehr vor Augen, wie im Handel konkret gearbeitet wird.“ Zahlreiche Elemente aus dieser „Wunschliste“ seien nun im neuen System umgesetzt.