Bochum. Das Neuwagen-Vermittlungsportal MeinAuto.de zieht nach acht Jahren Existenz die Konsequenzen aus einer unspektakulären Ertragsentwicklung und baut sein Geschäftsmodell um.Geschäftsführer Alexander Bugge ist dabei, ein Angebot namens „MeinAuto.local“ zu entwickeln, das nach und nach den bisherigen Vermittlungs- und Verkaufsprozess ablösen könnte.
Bei "MeinAuto.local" sollen Neuwageninteressenten nur an Autohändler aus einer begrenzten Region vermittelt werden. „Wir wollen den Autohandel künftig weit früher in den Verkaufsprozess einbeziehen als bisher und auch in den Beratungsprozess integrieren“, sagte Geschäftsführer Bugge der Automobilwoche. "Konkret wollen wir beispielsweise den Kölner Kunden zu einem Kölner Autohaus bringen." Dieses Vorgehen bricht mit der bisherigen Strategie, deutschlandweit Kaufinteressenten zu vermitteln - wodurch beispielsweise ein Interessent in Flensburg sein Wunschauto in Regensburg abholen muss.
Der Autohandel gewinne dadurch nicht nur einen Neuwagenkäufer, sondern habe auch die Chance, einen Servicekunden zu gewinnen, betonte Bugge. "Für den Handel ist der Kunde in der Region wertvoller als ein Einmal-Verkauf in der Ferne."
Das Anfang 2007 gegründete Portal MeinAuto.de sei zufrieden mit der bisherigen Ertragsentwicklung, so Bugge. "Aber es ist sicher noch mehr Potenzial beim Ertrag drin", räumte er ein. Im vergangenen vierten Quartal des Jahres 2014 habe MeinAuto.de zum ersten Mal seit Bestehen in diesem Zeitraum ein positives Ergebnis eingefahren. "Dass wir in einer ertragsschwachen Zeit und ohne Rückenwind durch die Konjunktur Geld verdienen können zeigt uns, dass wir richtig aufgestellt sind", sagt Bugge.