München. Zulieferer arbeiten mit Hochdruck an Lösungen, um Assistenzsysteme und andere in Pkw bereits bewährte Technik auch in leichte und schwere Nutzfahrzeuge zu bringen. "Wir haben das Ziel, unseren Umsatz im Nutzfahrzeugbereich, der derzeit einen Anteil von neun Prozent am Gesamtumsatz Delphis ausmacht, in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln“, erklärte Delphi- Europa-Chef Michael Gassen gegenüber der Automobilwoche. Mit dem radarbasierten Active Cruise Control, dem Notbremsassistenten sowie dem kamerabasierten Spurhalteassistenten und der Fußgängererkennung verfügt der US-Zulieferer bereits über etablierte Pkw-Systeme. Deren Hardware, Elektronikarchitektur und Algorithmik soll nun an die härteren Bedingungen im Transportverkehr, die beispielsweise aus stärkeren Vibrationen oder unterschiedlichen Beladungszustände resultieren, angepasst werden.
Gut gerüstet zeigt sich auch Continental. Unter dem Namen MK 100 ESC XT haben die Hannoveraner eine elektronische Bremssystemgeneration entwickelt, die in leichten Nutzfahrzeugen, Pickups und Geländewagen, aber auch in Oberklassefahrzeugen eingesetzt werden kann. "Durch eine Anpassung an große Volumenaufnahmen der Bremssättel erfüllt die MK 100 ESC XT die besonderen Anforderungen von Transportern und schweren Pkw an die Bremsen sehr gut“, erklärt Bernhard Eichhorn, Projektmanager im Conti-Geschäftsbereich Elektronische Bremssysteme. Das Bremssystem, dessen Serienstart für 2015 geplant ist, gibt es in zwei Varianten. Die Basisausführung erlaubt ESC-Funktionen (ESC – elektronische Stabilitätskontrolle) bis hin zum Abstandsregeltempomaten ACC ("Adaptive Cruise Control“). Die Premium-Variante bietet höheren Bremskomfort und ermöglicht dank einer Softwareanpassung eine höhere Effizienz bei der Bremsenergierückgewinnung in Hybridfahrzeugen.Insgesamt lassen sich mit dem Bremssystem mehr als 30 Sicherheits- und Assistenzfunktionen realisieren – von der Anhängerstabilisierung über die Berganfahrhilfe bis hin zu einem Überschlagschutz. Nach Angaben des Zulieferers sind solche hoch dynamischen Bremsen in Verbindung mit Umfeldsensorik eine Schlüsseltechnologie, um die Fahrsicherheit zu erhöhen. Sie bilden die Grundlage, um beispielsweise einen Notbremsassistenten zu integrieren. Anstehende gesetzliche Regelungen spielen Conti dabei in die Hände.Ab dem 1. November 2013 ist ein Notbremsassistent innerhalb der Europäischen Union für alle neuen Lkw über acht Tonnen und ein Spurhalteassistent für alle Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen gesetzlich vorgeschrieben. Auf der Grundlage eines Fernbereich- Radarsensors lässt sich zusammen mit der MK 100 ESC XT ein Notbremsassistent realisieren, der das vorausliegende Verkehrsgeschehen bis zu einer Entfernung von 200 Metern überwacht. Die Entwicklung erkennt sogar stehende Hindernisse auf der Fahrbahn. So kann frühzeitig vor einem Auffahrunfall gewarnt werden. Reagiert der Fahrer nicht, leitet das System selbstständig eine Notbremsung ein.Mehr Pkw-Technik adaptieren
Zulieferer arbeiten mit Hochdruck an Lösungen, um Assistenzsysteme und andere in Pkw bereits bewährte Technik auch in leichte und schwere Nutzfahrzeuge zu bringen. "Wir haben das Ziel, unseren Umsatz im Nutzfahrzeugbereich, der derzeit einen Anteil von neun Prozent am Gesamtumsatz Delphis ausmacht, in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln“, erklärte Delphi- Europa-Chef Michael Gassen gegenüber der Automobilwoche.