Stadthagen. Der Markt für Autositze wird weltweit von den beiden US-Zulieferern Lear und Johnson Controls sowie von Faurecia bestimmt. Der französische Konzern, an dem PSA Peugeot Citroën 71 Prozent der Anteile hält, hat im niedersächsischen Stadthagen sowohl die Zentrale für die Komplettsitzentwicklung in Nordeuropa als auch das weltweit verantwortliche Innovationßentrum für Komplettsitze angesiedelt.
"Komfort wird in Zukunft durch mehr und mehr intelligent gesteuerte Verstellmöglichkeiten, komplexere Kinematiken und einfacheres Ein- beziehungsweise Aussteigen noch weiter in den Vordergrund rücken", prognostiziert Thilo Ludewig, weltweit verantwortlich für die Sitzeentwicklung. Zudem sollen schlankere Sitze sowie der Einsatz alternativer Materialien für weniger Gewicht sorgen.
Der französische Interieurspezialist steigerte 2007 den Umsatz um 7,4 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro, wobei der Geschäftsbereich Autositze mit einem Plus von 8,2 Prozent überproportional zulegte. Ein knappes Viertel des Konzernumsatzes wurde von den 8000 Mitarbeitern von Faurecia Deutschland erwirtschaftet. Der Betriebsgewinn des Konzerns stieg von 69,2 (2006) auf 121,1 Millionen Euro, das sind ein Prozent vom Umsatz. Für die Jahre 2008 bis 2010 will Faurecia ein Ergebnis von mindestens drei Prozent schaffen.
37,5 Prozent des Umsatzes erzielte der Zulieferer mit deutschen Kunden, wobei über die Hälfte auf den VW-Konzern entfällt. Damit liegen die Wolfsburger nur noch knapp hinter PSA mit 23,1 Prozent. Auch das Geschäft mit Fiat wird derzeit stark ausgebaut. Vor zehn Jahren lag der Umsatzanteil des PSA-Konzerns noch bei 60 Prozent.
Die Verstimmung der Wolfsburger nach der Schmiergeldaffäre um den damaligen Faurecia-Chef Pierre Lévi Mitte 2006 ist laut Thorsten Muschal, Geschäftsführer von Faurecia, überwunden. Lévi hatte damals zugegeben, seit dem Jahr 2001 Schmiergeldzahlungen an Volkswagen, BMW und Audi geduldet zu haben. "Wir haben uns von den Leuten, die in die Affäre verstrickt waren, konsequent getrennt", so Faurecia-Arbeitsdirektor Joachim Sauer.