Paris. Dabei hat sich der Zulieferer in Asien vor allem auf das Reich der Mitte fokussiert: „Etwa 80 Prozent unseres asiatischen Umsatzes entfallen auf China.“ Derzeit unterhält das Unternehmen dort 39 Fabriken. 2017 sollen es rund 60 Werke sein. „Zudem investieren wir in China auch in unsere eigenen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten, die zu 100 Prozent Faurecia gehören“, so Delabričre. Der zweitwichtigste Markt Faurecias in Asien ist Südkorea. „Dort sind wir vor allem mit Hyundai gut im Geschäft. Und zwar nicht nur in Korea, sondern weltweit“, erklärt der Unternehmenslenker. Im Fokus stehen Lösungen zur Emissionskontrolle. „Aber wir erwarten, dass wir unser gesamtes Produktspektrum mit Hyundai in den kommenden Jahren ausbauen können.“ Gute Perspektiven sieht der Zulieferer auch in Thailand. Das Land wird für Faurecia mehr und mehr zum wichtigsten Fertigungsstandort in Südostasien. In Japan hingegen will Faurecia nur die Entwicklungskapazitäten erhöhen. „Weltweit soll das Geschäft mit den japanischen Fahrzeugherstellern aber ausgebaut werden“, so der Faurecia-Chef. In Europa sei der konjunkturelle Tiefpunkt erreicht. „Wir rechnen im Verlauf des zweiten Halbjahres nicht mit einem weiteren Absinken des europäischen Markts. Aber wir sehen auch keine schnelle Erholung“, so der Topmanager. Deshalb habe sich das Unternehmen entschlossen, die Kosten in Europa um etwa 100 Millionen Euro zu senken. „Davon sind alle Standorte in Westeuropa betroffen, neben Deutschland, Frankreich und Spanien auch Portugal, wo wir unsere Hauptaktivitäten haben.“ Spezifische Zahlen zu Deutschland wollte der Vorstandschef nicht nennen. „Aber Deutschland ist Teil des Problems. Auch hier müssen wir unsere Kostenbasis verbessern.“ Für dieses Jahr rechnet Delabričre mit einem konzernweiten Umsatz von rund 18 Milliarden Euro. Für die kommenden Jahre strebt er ein jährliches Wachstum zwischen sechs und sieben Prozent an. „Das heißt, 2017 wollen wir einen Umsatz von rund 23 Milliarden Euro erreichen.“
Mehr als 20 neue Werke in China
Dabei strebt das Unternehmen eine mittelfristige EBIT-Marge von fünf Prozent an. „Im ersten Halbjahr 2013 lagen wir bei rund drei Prozent, was auf die Schwäche des europäischen Markts zurückzuführen ist. Durch unser Kostensenkungsprogramm erwarten wir schnelle Fortschritte in Europa. Zudem wollen wir auch unsere Profitabilität in Nordamerika verbessern“, betont der Faurecia-Chef. Der Manager ist überzeugt, dass alle vier Geschäftsbereiche – Technologien zur Emissionskontrolle, Autositze, Innenraumsysteme und Automotive Exteriors – künftig ähnliche Perspektiven bieten. „Ein besonders großes Potenzial sehen wir in den kommenden fünf bis zehn Jahren bei Neuentwicklungen in der Emissionstechnologie.“ Getrieben sind diese vor allem durch die weltweit verschärften gesetzlichen Bestimmungen. Bei den Sitzen werde das Geschäft forciert „durch die Plattformstrategien der Fahrzeughersteller“. Betroffen seien davon etwa Sitzstrukturen und mechanische Elemente.