Solingen. Rund 65 Prozent aller Reklamationen bei Sitzen von Neufahrzeugen lassen sich auf störende Geräusche zurückführen, so die Erfahrung bei Johnson Controls. Schon jetzt stehen dem US-Interieurspezialisten in seinem Standorteverbund insgesamt 219 akustische Prüfstände zur Verfügung, um die „Geräuschqualität“ der Sitze zu verbessern. Bis Ende 2013 soll deren Anzahl auf 260 ausgebaut werden. In Solingen verfügt der Zulieferer über ein Sound & Vibration- Labor. Hier setzt sich ein Team von Akustikingenieuren mit diversen Geräuschquellen wie verschiedenen Getrieben, Schienen, Federn und elektrischen Antrieben auseinander. „Das individuelle Geräuschprofil eines Sitzes muss den Anspruch des Kunden akustisch umsetzen und zum Innenraum des jeweiligen Fahrzeugmodells passen“, erläutert Laborleiter Stefan Lingnau.
Dabei spielen das Markenbewusstsein und die differenzierten Sound-Identitäten der Fahrzeughersteller eine zunehmend wichtige Rolle. „Die Türen eines Mittel- oder Oberklassemodells vermitteln beim Schließen ein markenspezifisches Hörerlebnis. Mit dem Sound-Design von Sitzen setzen wir dieses Erlebnis auch im Innenraum konsequent fort“, erklärt Lingnau. Neben der sogenannten physikalischen Akustik greifen die Ingenieure auch auf die Methoden und Erkenntnisse der Psycho- Akustik zurück. Mithilfe fest definierter Geräuschmuster werden subjektive Wahrnehmungen von Geräuschen wie Quietschen, Rasseln oder Knacken erfasst, beschrieben, messbar und reproduzierbar gemacht. Am Ende des Entwicklungsprozesses steht schließlich ein Soundprofil des Sitzes. Jeder neue Prüfstand wird bei Johnson Controls in zweifacher Ausfertigung gebaut. Eine Maschine arbeitet mit Werten, die das geschulte Gehör eines Akustikingenieurs abbilden, in die andere fließen ausschließlich Daten aus der technischen Messung ein. „Erst wenn Mensch und Maschine zuverlässig zum gleichen Ergebnis kommen, schalten wir neue Prüfstände frei. Im Durchschnitt erfolgt das zwischen dem 1000. und dem 3000. Test“, so der Laborleiter. Ergebnis der Mühe: Die Trefferquote bei der Lösung akustischer Probleme liegt bei 98 Prozent.Management für den Sitz
Rund 65 Prozent aller Reklamationen bei Sitzen von Neufahrzeugen lassen sich auf störende Geräusche zurückführen, so die Erfahrung bei Johnson Controls. Schon jetzt stehen dem US-Interieurspezialisten in seinem Standorteverbund insgesamt 219 akustische Prüfstände zur Verfügung, um die "Geräuschqualität“ der Sitze zu verbessern. Bis Ende 2013 soll deren Anzahl auf 260 ausgebaut werden.