Frankfurt/Main. Arndt Franz, Aftermarket-Chef des Zulieferers Mahle, hält den Ersatzteilmarkt für Abgasturbolader wertmäßig für eines der am schnellsten wachsenden Segmente im unabhängigen Ersatzteilgeschäft. Treiber dafür sind für ihn insbesondere bei Ottomotoren ansteigende Ausstattungsquoten durch Downsizing-Konzepte, ein steigender Fahrzeugbestand und ein höheres Durchschnittsalter der Fahrzeuge. Der Hersteller von Motorkomponenten rechnet bis 2018 mit einem Anstieg der mit Turboladern ausgestatteten Fahrzeuge auf weltweit insgesamt über 500 Millionen. Dabei erwartet Franz für Westeuropa den kräftigsten Anstieg in puncto Stückzahlen, während die Schwellenmärkte in Osteuropa, China, Indien und Brasilien das höchste relative Wachstum erreichen werden.
Mahle sieht starkes Wachstum bei Turboladern
Allein in Westeuropa rechnet Franz 2018 mit über 110 Millionen Autos mit aufgeladenen Motoren, die älter als vier Jahre sind, davon über 60 Millionen Fahrzeuge, die mindestens acht Jahre alt sind. "Dies wird zu einem deutlichen Anstieg von Turbolader-Reparaturen in freien Werkstätten führen, gestützt von einer nachhaltigen Sensibilisierung des freien Markts für dieses Produkt und die sich daraus ergebenden Chancen“, so Franz. Mahle entwickelt die Aftermarket-Sortimente dabei in enger Abstimmung mit Bosch Mahle Turbo Systems.
Die Stuttgarter Unternehmen Bosch und Mahle hatten das Joint Venture zur Entwicklung und Produktion von Turboladern gegründet. Der Spatenstich für das Produktionswerk im österreichischen St. Michael in Kärnten erfolgte 2008. Im Jahr 2011 soll die Produktion starten. Nach einem Umsatz von 629 Millionen Euro 2009 (2008: 669 Millionen Euro) soll der Bereich Aftermarket 2010 bei etwa 725 Millionen Euro liegen und so rund 15 Prozent zum erwarteten Konzernumsatz von mindestens 4,9 Milliarden Euro beitragen. "Jetzt sind wir wieder zurück auf unserem bisherigen Wachstumskurs“, ist Franz überzeugt.