Stuttgart. Einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Mechatronikkompetenz sieht Junker in der jüngsten Übernahme der Mehrheitsanteile am slowenischen Zulieferer Letrika. Der Anbieter von Elektromotoren, Generatoren sowie elektrischen und mechatronischen Antriebssystemen soll im Verlauf des Jahres in den Mahle-Konzern integriert werden. Letrika hatte 2013 mit Werken in Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Weißrussland, China und Brasilien 242,5 Millionen Euro Umsatz erzielt. Mittelfristig hält Junker rund 500 Millionen Euro für möglich. Zudem bleibt Asien für Mahle eine Wachstumsregion. Im November will Unternehmenschef Heinz K. Junker die dritte Erweiterungsphase des Entwicklungszentrums in Schanghai abschließen. Der Standort avanciert dann mit einer Kapazität von 1000 Mitarbeitern zum größten Forschungs- und Entwicklungszentrum des Unternehmens in Asien. Gegen Ende 2014 wird auf dem Gelände in einem separaten Werk die Produktion von Abgasturboladern des Joint Ventures Bosch Mahle Turbo Systems (BMTS) für den chinesischen Markt anlaufen. „Die beiden Startkunden sind westliche Unternehmen“, so Junker im Gespräch mit der Automobilwoche. „Die Zielkapazität, auch wenn wir diese noch nicht in den ersten beiden Jahren erreichen, liegt in der Größenordnung von zwei Millionen Turboladern“, so der Mahle-Chef.
Mahle feilt am Profil
Kolben machen vom Umsatz des Zulieferers von Motorkomponenten mittlerweile nur noch rund zehn Prozent aus. Mahle verfolgt allerdings das Ziel, in seinen Produktbereichen zur Spitze zu zählen. „Bei Motorteilen und bei der Filtration sind wir mit allen Produkten, die wir im Portfolio haben, in den Top Drei“, so Junker. Da das beim Thermomanagement noch nicht der Fall ist, kann sich Junker „Wachstumsszenarien in diesem Bereich“ vorstellen. Im ersten Halbjahr 2014 hat der Zulieferer einen Umsatz von 4,9 Milliarden Euro erzielt – ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Steigerung ist jedoch in erster Linie auf die Erstkonsolidierung der Mahle- Behr-Gruppe zurückzuführen. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte hat der Mahle-Konzern im ersten Halbjahr den Umsatz um 3,4 Prozent verbessert. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern 9,7 bis 9,8 Milliarden Euro Umsatz. Zu Jahresbeginn hatte Junker noch auf rund zehn Milliarden Euro gehofft. Doch die wirtschaftlich angespannte Lage in Südamerika macht dem Stiftungsunternehmen zu schaffen. Auch die Umsätze in Russland und der Türkei blieben hinter den Erwartungen zurück. Zudem haben Währungseffekte von 175 Millionen Euro den Konzernumsatz belastet. Dies ist auf die weitere Abschwächung des japanischen Yen, des brasilianischen Real und des US-Dollar gegenüber dem Euro zurückzuführen. Auch dank der Übernahme des Klimaanlagenherstellers Behr blieb dem Konzern im ersten Halbjahr nach Steuern ein Gewinn von 146,1 Millionen Euro – ein Plus von 141,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Junker, der im Dezember 65 Jahre alt wird, sagte zu seiner Nachfolge, dass er damit rechnet, im Frühjahr 2015 noch die Zahlen des Unternehmens zu präsentieren. „Aber auch ich werde nicht jünger“, so Junker.