München. Die deutsche Autoindustrie verstärkt ihre Bemühungen, auf dem Markt mit Abgasturboladern präsent zu sein. So erklärte kürzlich das Heidelberger Unternehmen IHI Charging Systems International, bei Arnstadt in Thüringen ein Werk für Turbolader bauen zu wollen. Die Gesellschaft ist ein Gemeinschaftsunternehmen der japanischen IHI-Gruppe aus Tokio und der Daimler AG. Rund 45 Millionen Euro werden in den Standort investiert. Produktionsbeginn: Ende 2008.
Auch Mahle und Bosch (Joint Venture für April 2008 geplant) sowie der von Conti gekaufte Zulieferer VDO entwickeln solche Aufladungssysteme. Bosch Mahle Turbo Systems soll 2010 die Serienfertigung aufnehmen. Auch bei Conti ist man von der Technologie überzeugt und plant eine Fertigung.
Hintergrund des Engagements der deutschen Unternehmen: Die Autobauer möchten ein Gegengewicht zu den Branchengrößen Honeywell Turbo Technologies, BorgWarner Turbo & Emissions Systems (beide USA) sowie Mitsubishi Heavy Industries (Japan) schaffen. 2006 wurden weltweit rund 20 Millionen Turbolader für Pkw und Nutzfahrzeuge hergestellt. Branchenexperten schätzen, dass der Weltmarkt für Aufladungssysteme bis 2012 um 50 Prozent wachsen wird.