München. Themen wie Prozesstechnologie und Qualitätssicherung gehören zu den Stärken der Automobilindustrie. Einige Branchenvertreter nutzen diese Fertigkeiten auch für andere Bereiche und verringern so gleichzeitig die Abhängigkeit von der Fahrzeugindustrie. Im Fokus stehen häufig Segmente wie Solartechnologie oder Windkraft – aber nicht nur. So hat erst Anfang des Jahres der Münchner Engineering-Dienstleister IndustrieHansa sein Engagement in der Energiewirtschaft ausgebaut und das Ingenieurbüro Bockholt erworben. Die Duisburger sind Spezialisten für Verdichter und Kompressoren.
Schon seit drei Jahren dagegen widmet sich der Entwicklungsdienstleister RLE dem Bereich Windkraft. "Unser Motto lautet Vorsprung durch Technologietransfer“, so Ralf Laufenberg. Der Vorsitzende der Geschäftsführung will methodisches Wissen aus der Automobilindustrie auf andere Branchen übertragen. Vor einem Jahr hatten die Kölner die Mehrheit an der Ingenieurgesellschaft P.E. Concepts übernommen. Das auf Windenergie spezialisierte Ingenieurbüro hat 2009 rund 1,5 Millionen Euro umgesetzt. 2010 erwartet Laufenberg für P.E. Concepts bis zu drei Millionen Euro Umsatz.
Doch nicht nur Entwicklungsdienstleister, auch Zulieferer setzten auf die Energiebranche. Die ZF-Tochter ZF Services ist bereits vor zwei Jahren in das Geschäft der Instandsetzung von Windkraftanlagen eingestiegen. In den nächsten fünf Jahren will der Zulieferer im Bereich Windkraft 50 Millionen Euro Umsatz erreichen. Im Service-Kompetenzcenter in Holzwickede bei Dortmund sollen ab 2012 jährlich 200 Getriebe verschiedener Marken und Typen instand gesetzt werden. Der weltgrößte Zulieferer Bosch wiederum engagiert sich unter anderem im Bereich Solarenergie. Anfang November 2009 haben die Stuttgarter die Mehrheit an Aleo Solar, einem Spezialisten für Fotovoltaik- Anlagen, übernommen. Vor etwa eineinhalb Jahren waren die Stuttgarter bereits beim Solartechnik- Unternehmen Ersol Solar Energy eingestiegen, das mittlerweile komplett in die Gruppe integriert worden ist.