Kaiserslautern. Gute Chancen fürs Geschäft mit Nutzfahrzeugsitzen sieht Elmar Deegener, Geschäftsführer von Recaro Automotive Seating, neben China auch in Nord- und Südamerika. Klaus Heldmann, Leiter des Nutzfahrzeuggeschäfts, will sich dabei weiter aufs Premiumsegment konzentrieren. Ein überproportionales Wachstum verzeichnet der Zulieferer in Nordamerika. Dies führt Deegener vor allem darauf zurück, dass sich dort neue Möglichkeiten ergeben hätten, seit Recaro vom US-Konzern Johnson Controls übernommen wurde. Auch für Europa ist er optimistisch.
Lkw-Sitze treiben Recaro
Vor großen Herausforderungen steht Recaro in Asien, speziell in China. Ein Kernproblem dabei: „Die Chinesen mögen keine harten Sportsitze“, bedauert Deegener. „Wir gehen dort deshalb äußert vorsichtig vor.“ Hoffnungsträger bei Pkw-Sitzen ist eine neue Sportsitze-Plattform, die auf der IAA 2013 vorab potenziellen Kunden gezeigt wurde. Der Serienstart für die Neuentwicklung, die gegenüber herkömmlichen Modellen rund 40 Prozent Gewicht spart, ist für den Sommer 2016 geplant. „Wir haben damit eine Revolution im Bereich Sitzbau gestartet“, ist Deegener überzeugt. Das von der Schiene bis zur Kopfstütze neu entwickelte und modular aufgebaute Produkt ist auch Basis für neue Aftermarket- Sitze. Durch die Trennung von tragenden Strukturen und Designelementen eröffnen sich potenziellen Kunden große Individualisierungsmöglichkeiten. Rund zweieineinhalb Jahre nachdem Johnson Controls Recaro Automotive übernommen hat, hat sich der Sitzeanbieter aus Kaiserslautern „gut in den Konzern integriert“, erklärt Deegener. Zum Zeitpunkt der Übernahme durch den US-Zulieferer hatte Recaro Automotive rund 150 Millionen Euro Umsatz erzielt. Seitdem habe das Wachstum eher im zweistelligen Bereich gelegen. „Aus eigener Kraft wären wir dazu nicht in der Lage gewesen“, so der Recaro-Chef. Konkrete Zahlen will er aber nicht nennen. Deegener betont, dass das Unternehmen sehr eigenständig arbeiten könne. Die Anzahl der Mitarbeiter bei den Pfälzern ist im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr um 100 auf derzeit 935 gestiegen. Davon sind nahezu unverändert 581 in Deutschland beschäftigt. Den größten Anstieg von 29 auf 115 Mitarbeiter gab es im neuen Werk für Lkw-Sitze im polnischen Skarbimierz.