München. Die schwache Nachfrage nach Elektroautos bringt die Hersteller von Lithium-Ionen- Batterien unter Druck. "Sollten die ursprünglich angekündigten Produktionsmengen für sogenannte Large-Format-Batterien im Autoumfeld umgesetzt werden, dann wären Überkapazitäten von mindestens 150 Prozent zu erwarten. Da aber viele Ankündigungen verschoben wurden, gehen wir von Überkapazitäten von mindestens 50 Prozent aus“, erklärt Wolfgang Bernhart, Automobilexperte bei der Unternehmensberatung Roland Berger, zur Lage auf dem Markt für Akkumulatoren.
Ähnlich sieht es auch Bosch-Manager Bernd Bohr. In den vergangenen Jahren mussten etliche neue Akteure in die Insolvenz flüchten. Beispiele dafür sind der US-Batteriehersteller A123 Systems, der von der chinesischen Wanxiang-Gruppe geschluckt wurde, der Akkuspezialist EnerDel, den nach Zahlungsschwierigkeiten ein russischer Privatinvestor übernommen hat, und Zulieferer Valence, der 2012 unter Chapter 11 des US-Insolvenzrechts gestellt wurde. Bernhart rechnet damit, dass mittelfristig nur eine Handvoll der global tätigen Akkuhersteller überleben werden.Neben dem japanischen Gemeinschaftsunternehmen AESC/NEC, das Renault- Nissan beliefert, zählen für ihn LG Chem (Südkorea), das japanische Gespann Panasonic/ Sanyo und Samsung SDI (Südkorea) zu den wichtigsten Anbietern im Bereich Lithium-Ionen-Batterien. Zudem traut er auch SK Energy (Südkorea), Johnson Controls (USA) und Lithium Energy Japan künftig eine wichtige Rolle zu. Westlichen Anbietern empfiehlt er, sich unter anderem auf Produktionstechnologien für Zellen zu fokussieren. Bernhart vermutet, dass die Marktteilnehmer in den nächsten fünf Jahren entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit geringen Margen auskommen müssen. Die Gründe dafür sieht er im massiven Preisdruck, einem langsamen Marktwachstum, hohen Aufwendungen für Innovationen sowie einem schärferen Wettbewerb. "Bis 2014/2015 bewegen sich die Kosten für große Akkuzellen zwischen 180 und 200 Euro je Kilowattstunde. Bis 2018/2020 wird der Preis voraussichtlich auf etwa 160 Euro sinken“, so seine Einschätzung. "Die Unternehmen müssen daher einen langen Atem haben.“Leidensweg in die elektrische Zukunft
Die schwache Nachfrage nach Elektroautos bringt die Hersteller von Lithium-Ionen- Batterien unter Druck. "Sollten die ursprünglich angekündigten Produktionsmengen für sogenannte Large-Format-Batterien im Autoumfeld umgesetzt werden, dann wären Überkapazitäten von mindestens 150 Prozent zu erwarten.