Leverkusen. Andrew Dilnot, Entwicklungschef bei TMD, sieht kupferfreie Bremsbeläge weltweit auf dem Vormarsch: „Gesetzliche Vorgaben dazu bestehen zwar nur in einigen Bundesstaaten der USA, doch die international präsenten Autohersteller können es sich nicht erlauben, je nach Markt mit unterschiedlichen Bremssystemen zu operieren“, sagte er im Gespräch mit der Automobilwoche. Auch andere europäische Hersteller seien derzeit dabei, ihre Bremssysteme auf kupferfreie Beläge umzustellen: „Daimler, Audi und Porsche verlangen von uns, schon heute die US-Gesetze zu erfüllen, die erst ab 2026 gelten – nämlich einen Kupferanteil im Reibmaterial von höchstens 0,5 Prozent.“ Als Zwischenschritt darf in den betreffenden US-Staaten ab 2021 ein Anteil von fünf Prozent nicht überschritten werden. TMD habe jahrelang an einem geeigneten Ersatz für das Kupfer gefahndet, berichtet Dilnot. Dies sei keineswegs trivial gewesen, weil Kupfer ideale Eigenschaften hat, insbesondere einen hohen Schmelzpunkt. Die neue Legierung stehe Kupfer in puncto Reibwert, Verschleißfestigkeit, thermischem Verhalten und auch hinsichtlich der Geräuschentwicklung in nichts nach, betont er. Preislich liege der neue Bremsbelag je nach spezifischer Auslegung leicht über oder auch leicht unter den kupferhaltigen Belägen. Im Aftermarket-Geschäft bietet TMD nahezu kupferfreie Beläge bereits seit drei Jahren an. Künftig sollen sie auch im Lkw-Bereich eingeführt werden.
Kupferfreie Bremsbeläge auf dem Vormarsch
Der Bremsbeläge- Spezialist TMD Friction hat als erster Hersteller die Freigabe für den Einsatz kupferfreier Bremsbeläge in der Erstausrüstung erhalten: Ein deutscher Premiumhersteller, den TMD nicht nennen darf, wird den Belag ab Oktober einsetzen.