München. Nach wochenlangem Ringen hat sich der kanadischösterreichische Magna-Konzern durchgesetzt und den Zuschlag für die deutsche Dachsparte des insolventen Zulieferers Karmann erhalten. Zu den weiteren Interessenten an diesem Bereich hatte der spanische Zulieferer CIE Automotive gehört. Die deutsche Karmann-Sparte umfasst neben dem Werk in Osnabrück auch die Anteile der polnischen Gesellschaft in Zary. Einige Wochen zuvor hatte Magna bereits die Dachproduktion von Karmann in Japan übernommen. Der Zulieferkonzern ergänzt mit dem Zukauf seine noch junge Verdecksparte. Magna hatte im Jahr 2005 schon die auf Dachsysteme spezialisierte Porsche-Tochtergesellschaft CTS für 170 Millionen Euro gekauft.
Nach dem Konsolidierungsprozess der vergangenen Monate liegt der Markt der Verdeckhersteller in der Hand von nur noch zwei wesentlichen Anbietern. Magna und Karmann sind nach Angaben des Prognoseinstituts CSM Worldwide Ende 2009 zusammen auf einen Marktanteil von 52,4 Prozent gekommen. Größter Wettbewerber von Magna ist der bayerische Zulieferer Webasto. Die Stockdorfer hatten im August vergangenen Jahres die Cabrio-Sparte des insolventen Zulieferers Edscha gekauft. Gemeinsam kamen die beiden Unternehmen Ende 2009 auf einen Marktanteil von 39,8 Prozent. Der nächstgrößte Anbieter Toyo Seat (Japan) erreichte 2009 lediglich 4,1 Prozent Marktanteil. Franz-Josef Kortüm, Vorstandsvorsitzender von Webasto, verspricht sich durch den Zukauf unter anderem eine Stärkung der Kompetenzen im Bereich Softtops. Bislang lag die Stärke der Bayern bei den Klappdächern.Für Kortüm war der Zukauf notwendig, „um langfristig eine bedeutende und erfolgreiche Rolle zu spielen. Wenn wir nicht die Chance bekommen hätten, einen Wettbewerber zu erwerben, hätten wir uns auf Dauer überlegen müssen, aus diesem Geschäftsbereich auszusteigen“, so Kortüm nach der Übernahme. CSM Worldwide erwartet, dass sich aufgrund von auslaufenden Aufträgen beziehungsweise Neuanläufen der Marktanteil von Magna/Karmann im Jahr 2012 auf 61,6 Prozent vergrößern wird. Für Webasto/Edscha wird für das Jahr 2012 ein Anteil von 29,5 Prozent prognostiziert. Doch noch ist es nicht so weit. Denn dem Magna-Konzern fehlt noch die Genehmigung der Kartellbehörden für den Zukauf der Karmann-Verdecksparte. Wettbewerber Webasto hatte seinerseits monatelang auf eine erlösende Zusage der zuständigen Behörden warten müssen. Branchenkreisen zufolge gibt es auch Bedenken vonseiten der Autohersteller. Diese wollen nach dem Konsolidierungsprozess der vergangenen Monate nicht in die Abhängigkeit von zwei marktbestimmenden Wettbewerbern geraten. Ein dritter wesentlicher Anbieter für Verdecksysteme wäre ihnen deshalb recht.Konzentriertes Dachgeschäft
Nach wochenlangem Ringen hat sich der kanadischösterreichische Magna-Konzern durchgesetzt und den Zuschlag für die deutsche Dachsparte des insolventen Zulieferers Karmann erhalten. Zu den weiteren Interessenten an diesem Bereich hatte der spanische Zulieferer CIE Automotive gehört.