Bad Neustadt. Die Übernahmen deutscher Unternehmen durch Investoren aus Schwellenländern häufen sich. Jüngstes Beispiel ist die mehrheitliche Beteiligung der indischen Samvardhana Motherson- Gruppe beim Kunststoffspezialisten Peguform. Kurz zuvor war der Anbieter von Leichtmetallkomponenten KSM Castings an Citic Dicastal, einen chinesischen Hersteller von Aluminiumfelgen, verkauft worden. In diese Reihe passt auch die Übernahme der Mehrheit beim Elektronikspezialisten Preh durch den chinesischen Zulieferer Joyson. Doch das Einkaufsverhalten der Investoren aus den sogenannten Emerging Markets hat sich gegenüber den Vorjahren verändert.
Im Vordergrund steht nicht mehr die Schnäppchenjagd, wobei es darum ging, finanziell angeschlagene Unternehmen zu übernehmen. Im Fokus stehen nunmehr technologisch führende Zulieferer. Und die Investoren wollen zeigen, dass sie ein langfristiges Engagement im Sinn haben. Joyson- Inhaber Jeff Wang etwa erklärt: „Wir erwarten in den ersten Jahren keine Dividende von Preh, sondern wir wollen investieren und sehen unseren Einstieg als langfristiges Engagement.“ Wang ist seit 1997 in der Automobilindustrie tätig und war bis 2004 Partner und General Manager in einem TRW-Joint-Venture im chinesischen Ningbo.