Frankfurt/Main. Zurzeit werden Deutschlands Unternehmen zum allergrößten Teil noch von Managern geführt, die älter als 45 Jahre sind. Sie gelten als leistungs- und karriereorientiert, Freizeit und Familie ordnen sie den beruflichen Anforderungen unter. Doch nach dieser von Soziologen als Generation X bezeichneten Gruppe kommt die Generation Y – und auf deren Einstellung zur „Work- Life-Balance“ sind die Unternehmen vielfach noch nicht vorbereitet, warnt die Personalberatung Odgers Berndtson. „Die Motivationen, eine Karriere einzuschlagen, haben sich über die letzten drei Generationen stark verändert“, sagt Adrian Fischer, Partner bei Odgers Berndtson und Leiter der aktuellen Studie „Manager-Barometer 2012“.
Im Gegensatz zu Babyboomern und Generation X seien unter 33-Jährige viel stärker auf Sinn- und Spaß-Suche. „Für die Vertreter dieser Generation kommt erst eine ausgeglichene Work-Life-Balance gefolgt von dem Wunsch nach einer inhaltlich getriebenen Selbstverwirklichung. Erst danach äußern sie ihre Karriereambitionen.“ Die Personalberater haben für ihre Studie rund 1000 Führungskräfte jeden Alters in Deutschland befragt. Ergebnis: 60 Prozent gaben an, dass es sie am meisten motiviere, wenn sie ihre persönlichen Stärken einsetzen können. Damit wurde die Freude an der Führung (54 Prozent) vom ersten Platz der Motivationsbringer verdrängt. Bei den Nachwuchsmanagern hat die Selbstverwirklichung im Beruf noch stärker an Bedeutung gewonnen (siehe Grafik). Diese Generation sei mit den klassischen Belohnungssystemen im Management kaum mehr zu motivieren, sagt Personalberater Fischer. „Ein größeres Büro, ein Mehr an Personalverantwortung oder ein höheres Gehalt werden nicht mehr ausreichen, um die Generation Y an das eigene Unternehmen zu binden oder sie zur Übernahme von Führungsaufgaben zu motivieren.“ Fazit: Für die neue Managergeneration zählen flexiblere Arbeitsmodelle und sinnvolle Inhalte im Job mehr als der bloße Kontoauszug.Keine Lust auf Führung
Den Personalchefs vieler Unternehmen macht eine Entwicklung ihrer Nachwuchsmanager Sorgen. Die unter 33-Jährigen sind demnach deutlich weniger bereit als die aktuelle Managergeneration, Führungsaufgaben zu übernehmen und dafür massive Abstriche bei Familie und Freizeit zu machen.