Die Zukunft wird elektrisch. Noch nicht 2017, vielleicht auch noch nicht 2020; dafür ist Elektromobilität bisher ein zu zartes Pflänzchen. Aber auf längere Sicht führt kein Weg an alternativen Antrieben vorbei. Die Dynamik nimmt weltweit zu.
Und in Deutschland? Die Hersteller haben sich trotz gegenteiliger Aussagen bislang zurückgehalten. Denn der Verbrenner ist das Maß aller Dinge. So aber lassen sich die angestammten Vorreiter aus München, Stuttgart und Wolfsburg bei einer Zukunftstechnologie abhängen von Toyota & Co. Um morgen aber im Wettbewerb bestehen zu können, muss heute investiert werden. Sonst rächt sich das. Was passiert, wenn Marktführer strukturelle Veränderungen verpassen, sehen wir in anderen Branchen. Beispiele sind Kodak, Nokia oder Yahoo.
Eine Prämie für Käufer von Elektroautos, wie jetzt gefordert, kann im Grunde Positives bewirken, um Starthilfe zu geben. Aber nur, wenn ein ganzheitliches Konzept dahintersteckt. Eine in sich greifende Strategie wäre es, wenn Schnellladesysteme aufgebaut würden, wenn der Autostrom wirklich sauber wäre, wenn es in Deutschland eine Batteriezellproduktion gäbe, um kein Glied der Wertschöpfungskette zu verlieren. Für Letzteres könnte sich eine konzertierte Aktion deutscher Hersteller lohnen. Bei Here hat die Allianz aus Daimler, BMW und Audi gut funktioniert.
Und dann ist da noch der Kunde. Damit er die Skepsis ablegt, muss die Reichweite der Fahrzeuge erhöht werden. Bislang fährt kein Auto, auch kein Tesla, wirklich 500 Kilometer mit einer Ladung. Das Problem haben deutsche Hersteller nicht in den Griff bekommen. Stattdessen bietet man den Plug-in an, der ganze 30 Kilometer elektrisch fährt –nicht Fisch, nicht Fleisch, eine Mogelpackung.
Zudem muss der Kaufpreis sinken. Und am Design deutscher E-Autos darf bitte auch noch gefeilt werden. Und wenn die Aufgaben gemacht sind, würde auch eine Kaufprämie funktionieren. Aber womöglich braucht man sie dann nicht mehr.