Wuppertal. Anders als die Energiebranche kann die Autoindustrie im neuen Hochvolt-Geschäftsfeld kaum auf etablierte Ausbildungsgänge wie etwa den Energieanlagen-Elektroniker zurückgreifen. „Deshalb vermitteln wir unseren Mitarbeitern eine technische Grundausbildung im Bereich Hochvolt-Technik“, erklärt Lenz. Eingestellt werden hier nur die Besten: Die Mitarbeiter für die 1000 Quadratmeter große Hochvolt- Fertigung in Izmir müssen eine überdurchschnittliche Performance aufweisen. Mindestens zwölf Schuljahre werden von jedem Montagearbeiter gefordert, außerdem mindestens vier Jahre Erfahrung in anderen Delphi- Fertigungslinien. War die Bewerbung erfolgreich, folgt ein mehrstufiges betriebsinternes Training. Zu Beginn steht eine dreimonatige Basis-Ausbildung im europäischen Entwicklungszentrum in Wuppertal. Darauf folgt ein 26 Tage dauernder Kurs im Bereich Hochvolt-Technik. Ergänzt wird diese Schulung durch einen eintägigen Sicherheitskurs und durch einen mehrtägigen Montagekurs. Zum Vergleich: Montage-Mitarbeiter, die nur mit herkömmlicher 12-Volt-Technik in Berührung kommen, durchlaufen nur ein Training von zwölf Tagen. Die Hochvolt-Monteure aus Izmir gelten schon jetzt als prädestiniert für weitere Karrieresprünge. „Unsere Leute haben sich eine Kompetenz aufgebaut, die so in der Branche noch kaum vorhanden ist“, sagt dazu Delphi-Manager Lenz.
Hochvolt-Technik
Karriere unter Spannung
Der Einzug der Hochvolt-Technik ins Automobil schafft neue, anspruchsvolle Arbeitsplätze und neue Karrierechancen. Denn der Umgang mit Hochspannung erfordert besonders sorgfältig arbeitende und ständig lernbereite Mitarbeiter. Deutlich wird dieser Trend beim Automobilzulieferer Delphi, der zurzeit seine Hochvolt-Fertigung im türkischen Werk Izmir ausbaut und in der neuen Sparte seine besten Mitarbeiter einsetzt. „Wir haben eine Business Unit für Hochvolt-Technik gegründet und einen Prozess in Gang gesetzt, um unsere eigenen Experten für diesen Bereich aufzubauen“, erläutert Martin Lenz, Leiter des E-Mobility-Geschäfts von Delphi in Europa. „Inzwischen haben wir hier eine Menge Kompetenz aufgebaut, die andere erst noch schaffen wollen.“