Burscheid. Der US-Zulieferer Johnson Controls will mit seinem Sitzegeschäft in Asien, insbesondere im Reich der Mitte, zulegen. "Wir sind dort zwar schon sehr stark aufgestellt, aber wir sehen in China immer noch das größte Potenzial", sagte Detlef Jürss, Leiter des weltweiten Geschäfts für Sitzkomponenten, gegenüber der Automobilwoche. "Wahrscheinlich werden die Zuwächse jedoch nicht mehr zweistellig ausfallen." Inklusive des Interieur-Geschäfts hat das Unternehmen im Jahr 2014 mit 2,3 Milliarden Dollar etwas über zehn Prozent des Automobil-Gesamtumsatzes von 21,9 Milliarden Dollar in Asien erwirtschaftet.
Chancen bieten sich dem Zulieferer auch in den Märkten Thailand, Indonesien, Indien und Brasilien. Länder, die laut Jürss "ihr Potenzial noch lange nicht voll entfaltet haben". Russland klammert er als Hoffnungsmarkt explizit aus, weil dort eine Prognose "derzeit kaum möglich ist".
Ungeachtet dessen steht Johnson Controls vor einer großen Veränderung. Im Juni hatte der Zulieferer angekündigt, sich von seinem Automobilgeschäft trennen zu wollen. Dies hatte für Verunsicherung am Entwicklungszentrum in Burscheid gesorgt. Doch Jürss beruhigt: "Derzeit gibt es keine Pläne, den Standort mit seinen knapp 1500 Mitarbeitern in irgendeiner Form zu verändern." Dort sind der Prototypenbau, das Testing, Produktentwicklungsteams sowie Satellitenbüros der Kunden ansässig.
Wettbewerber von Johnson Controls sind bei den Komplettsitzen Faurecia aus Frankreich und Lear aus den USA. Bei den Sitzstrukturen sind es Faurecia, Brose sowie der kanadische Magna-Konzern.