Frankfurt/Paris. Das politische Tauwetter in den Beziehungen zum Iran lässt bei Renault Hoffnung auf einen baldigen Neustart auf dem einst großen iranischen Automarkt aufkeimen. Mit dem Iran will der Autobauer der Schwäche des chinesischen und dem Einbruch des russischen Markts gegensteuern.
Ende September nahm Renault im Iran mit seinem lokalen Partner IDRO nach jahrelangem Stillstand eine CKD-Fertigung des Dacia Sandero wieder auf. Bis Ende März 2016 sollen 10.000 Fahrzeuge aus Teilesätzen montiert werden.
Im Jahr 2013 war das Handelsembargo gegen den Iran auf Druck der USA verschärft worden. Daraufhin brachen die Verkäufe des Dacia Logan ein, der dort unter dem Namen Tondar angeboten wird. Während 2012 noch gut 100.000 Fahrzeuge verkauft worden waren, waren es 2014 nur noch 34.000. Nun, nach dem Atomabkommen mit dem Iran, sollen die internationalen Sanktionen aufgehoben werden.
"Ab 2020 wird der Gesamtmarkt wieder bei rund 400.000 Einheiten jährlich liegen – das ist eine interessante Größenordnung", sagte Verkaufsvorstand Jérôme Stoll im Gespräch mit der Automobilwoche. "Iran wird für Renault neben Frankreich und China einer der Hauptmärkte werden", so Stoll.